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Nürnberg, 14.09.2021

Der globale Markt für technische Konsumgüter verzeichnet im ersten Halbjahr 2021 neuen Höchststand 

Der weltweite Markt für technische Konsumgüter (ohne Nordamerika) hat im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rekordanstieg von 26 Prozent verzeichnet. Das entspricht einem Umsatzvolumen von 433 Milliarden US-Dollar. Angesichts der Spitzenumsätze in der zweiten Jahreshälfte 2020 ist von einem moderaten Wachstum im zweiten Halbjahr 2021 auszugehen. Für das Jahr 2021 erwartet GfK ein Umsatzvolumen von 1,4 Billiarden US-Dollar (+12 Prozent) – was einen neuen Höchststand markiert. Haupttreiber für das Wachstum bleibt die Tatsache, dass sich immer noch viele Menschen verstärkt zu Hause aufhalten. So bleibt die Nachfrage nach technischen Lösungen für die Arbeit im Homeoffice, Homeschooling, Unterhaltung und das Kochen zu Hause hoch.

Die Nachfrage nach technischen Konsumgütern war enorm in der ersten Jahreshälfte 2021. IT-Produkte und Haushaltsgeräte erfreuten sich weiterhin großer Beliebtheit und konnten das Wachstum von 2020 fortsetzen. Die Umsätze bei IT-Produkten und Elektrokleingeräten übertrafen sogar die Ergebnisse des gleichen Zeitraums 2019 (vor Ausbruch der Corona-Pandemie) mit einem Wachstum von +27 Prozent bei IT-Produkten und +25 Prozent bei Elektrokleingeräten. Auch andere Bereiche kehrten im ersten Halbjahr wieder auf Wachstumskurs zurück: Unterhaltungselektronik (+18 Prozent), Telekommunikation (+30 Prozent) und Elektrogroßgeräte (+26 Prozent). 

Die unterschiedlichen Infektionsraten, Beschränkungen und Impfraten führten jedoch weltweit zu unterschiedlichen Entwicklungen. Nach zweistelligen Rückgängen bei Smartphones im Jahr 2020 verzeichnen asiatische Schwellenländer und China beispielsweise ein Wachstum von 29 bzw. 33 Prozent. Was den Gesamtmarkt an technischen Konsumgütern anbelangt, erleben Regionen wie Europa (+24 Prozent) und China (+32 Prozent) ein neues Nachfragehoch. Asiatische Schwellenländer können vor allem im Vergleich zum Jahr 2020 – das durch Ausgangsbeschränkungen geprägt war – hohe Wachstumsraten verzeichnen. 

Laut GfK Consumer Insights Engine kaufen weiterhin 17 Prozent der Befragten technische Konsumgüter früher als geplant. Auslöser hierfür können die Erfüllung eines dringenden Bedarfs sein oder die Erwartung von Engpässen und Preisanstiegen. Die gestiegene Nachfrage führt auch dazu, dass die Preise steigen.

Nevin Francis, GfK-Experte im Bereich technische Konsumgüter, erklärt: „Laut unseren umfangreichen Daten zu Technologie- und Gebrauchsgütermärkten sind die Preise technischer Konsumgüter im ersten Halbjahr 2021 durchschnittlich um 26 Prozent gestiegen. Dieser Trend begann bereits im dritten Quartal 2020. In einigen Kategorien ist der Preisanstieg auf die hohe Nachfrage sowie Lieferengpässen und Rohstoffknappheit zurückzuführen. In anderen Kategorien hingegen haben Konsumenten teilweise zu Premium-Segmenten gewechselt und setzen vermehrt auf hochwertige Produkte von vertrauenswürdigen Marken. Dieser Trend zeigt sich auch in der GfK-Consumer-Life-Studie aus dem Jahr 2020, in der 48 Prozent der Befragten angaben, dass sie Produkte und Dienstleistungen von vertrauenswürdigen Marken kaufen. Auch der Wechsel der Einkaufskanäle trägt zum Premium-Effekt bei. Durch frühzeitiges Erkennen solcher Trends ermöglichen wir unseren Kunden, gezielt zu handeln.“

Fokus aufs Zuhause beschleunigt Wachstum des Markts für technische Konsumgüter

Pandemiebedingt verbringen viele Konsumenten noch immer vermehrt Zeit zuhause. Bei der Anschaffung technischer Konsumgüter legen sie dabei verstärkt Wert auf Leistung, Premium und vereinfachte Nutzung, barrierefreies Onlineshopping, Gesundheit und Hygiene. GfK beobachtet dabei eine unterschiedliche Ausprägung in den einzelnen Bereichen.

Mobile PCs, ein wichtiges „All-in-one“-Equipment für das virtuelle Arbeiten und Lernen, erfreuten sich in stark von der Pandemie betroffenen Regionen einer hohen Nachfrage. Von Januar bis Juni 2021 führte dies beispielsweise in Lateinamerika zu einem Umsatzwachstum von 64 Prozent und in Südostasien (einschließlich Indien) von 50 Prozent. In Hochleistungs- und Premium-Segmenten wie Gaming-Tastaturen legte der Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2021 um 30 Prozent zu. Auch im Unterhaltungsbereich waren größere Displays und Premium-Geräte mit leistungsstarker Ausstattung wichtige Wachstumstreiber. Bei TV-Geräten mit Bildschirmen über 60 Zoll wurde im ersten Halbjahr 2021 ein Umsatz von 11,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet, was einem Wachstum von +46 Prozent entspricht. Neue Technologien, wie GPU Sync zur Verbesserung der Synchronisation mit Spielekonsolen, haben bei TVs über 50 Zoll bereits einen Marktanteil von 18 Prozent erreicht. Der fortschreitende Trend hin zu Premium-Geräten lässt auch die Preise steigen. Ein Fernseher, der beispielsweise im ersten Halbjahr 2020 rund 429 US-
Dollar kostete, wurde im ersten Halbjahr 2021 für 536 US-Dollar angeboten.

Da viele Unternehmen auch nach der Pandemie flexible Homeoffice-Modelle beibehalten wollen, wird zu Hause auch vermehrt Essen zubereitet, sauber gemacht und Stauraum benötigt. Konsumenten legen bei der Lagerung und Zubereitung von Speisen sowie bei Reinigungstätigkeiten Wert auf hohe Kapazität (zum Beispiel für Kühlschränke oder Waschmaschinen), Qualität und Premium-Produkte. Beliebt sind beispielsweise Side-by-Side-Kühlschränke mit hoher Kapazität (+36 Prozent) oder Kühlschränke mit mehr als vier Türen (+33 Prozent). Auch Produkte, die eine verbesserte Hygiene versprechen, zeigten Potenzial. Bei Waschmaschinen mit Dampffunktion wurden die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt.

In der GfK Consumer Life Studie gaben weltweit mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten an, dass sie nach Wegen suchten, um ihren Alltag zu vereinfachen. Die starke Nachfrage nach Produkten wie Küchenmaschinen, die die Essenszubereitung erleichtern, hat sich entsprechend fortgesetzt. Zudem stieg der Verkauf von Staubsaugerrobotern um 47 Prozent – damit lösten sie Bodenstaubsauger erstmals als zweitgrößtes Staubsaugersegment ab. Kabellose Handstaubsauger verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein Wachstum von 18 Prozent. 

Anhaltendes Online-Wachstum?

Online-Verkäufe erreichten im Jahr 2020 einen beispiellosen Höchststand. Durch steigende Impfquoten und schrittweise Lockerungen bestehender Beschränkungen, beobachtet GfK im stationären Einzelhandel eine Rückkehr zu positiven Wachstumszahlen. Dennoch setzen Online-Verkäufe den Trend aus dem Jahr 2020 fort: Ihre Umsätze stiegen weiter um 32 Prozent und machten einen Anteil von 35 Prozent am Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2021 aus. In bestimmten Bereichen wie IT und Elektrokleingeräten lag der Online-Anteil sogar bei 50 Prozent. 

Nevin Francis ergänzt: „Dieser Trend betrifft vor allem jene Kategorien, in denen bereits vor der Pandemie ein reger Online-Handel herrschte. Die Pandemie hat das Thema Online-Shopping jedoch erheblich beschleunigt und zum Abbau von Vorbehalten auf Konsumentenseite beigetragen. Die großen Gewinner dieses Wandels sind die Online-Shops stationärer Händler. Dies könnte auf die Kombination aus bequemer Handhabung und sofortiger Erfüllung der Bedürfnisse zurückzuführen sein, die stationäre Händler in Kombination mit ihren Online-Shops bieten können. Das Segment an Händlern, die sowohl Offline- als auch Online-Verkäufe anbieten, verzeichnete folglich europaweit eine dreistellige Wachstumsrate von 152 Prozent gegenüber 2019. Services wie Live-Streaming und Social Commerce könnten die nächste Stufe dieser Einzelhandelsentwicklung sein.“ 

Allerdings müssen sich Händler und Hersteller darauf einstellen, dass die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2021 nachlassen könnte, wenn die pandemiebedingten Beschränkungen gelockert werden. Dann werden voraussichtlich Urlaubs- und andere Freizeitaktivitäten einen größeren Anteil des Haushaltsbudgets benötigen.

Zur Methode

GfK erfasst über seine Einzelhandelspanels regelmäßig in über 70 Ländern weltweit Verkaufsdaten in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Fotografie, Telekommunikation, IT, Büroausstattung und Haushaltsgeräte. Bei allen Zahlen wird von einem festen Euro-Wechselkurs ausgegangen.

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich sämtliche Zahlen in dieser Pressemitteilung auf den Zeitraum von Januar bis Juni 2021. Die Wachstumsraten beziehen sich auf das prozentuale Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Alle Umsatz- und Wachstumszahlen sind in US-Dollar angegeben.  

Pressekontakt: Julia Richter, Tel. +49 911 395 4440, public.relations@gfk.com 

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