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Klein, aber oho: Viele Mittelzentren sind starke Einzelhandelsmagnete

Nürnberg, 27.06.2018

GfK-Studie zur Einzelhandelszentralität

Da oftmals nicht am Wohnort eingekauft wird, profitieren Standorte mit einem starken Handelsangebot von einem weiteren Kaufkraftzufluss. Viele bayerische Mittelstädte wie Passau oder Würzburg generieren das Doppelte der lokalen Einzelhandelskaufkraft an Umsatz. Der Spitzenreiter in der GfK-Studie zur Einzelhandelszentralität ist im Jahr 2018 im Vergleich der deutschen Kreise allerdings erstmalig der Stadtkreis Trier.

Die Deutschen haben im Jahr 2018 durchschnittlich 5.825 Euro pro Kopf für ihre Einzelhandelsausgaben zur Verfügung. Die Einzelhandelskaufkraft variiert regional von 7.622 Euro im Hochtaunuskreis bis 4.862 Euro im Stadtkreis Gelsenkirchen. Davon fließt nicht alles in den stationären Handel, sondern auch einiges in den E-Commerce und Distanzhandel. Zudem kaufen die Menschen oftmals nicht am Wohnort ein.

Die Studie "GfK Einzelhandelszentralität" zeigt, welche Regionen dank Kaufkraftzuflüssen von überdurchschnittlichen stationären Einzelhandelsumsätzen profitieren beziehungsweise wo Kaufkraftabflüsse zu verzeichnen sind. Vergleicht man die Einzelhandelskaufkraft mit regionalen Einzelhandelsumsätzen, ergibt sich die Kennziffer Einzelhandelszentralität, die die Anziehungskraft des regionalen Einzelhandels misst. Werte über 100 stehen für einen Kaufkraftzufluss, Werte unter 100 für einen Kaufkraftabfluss. Im Jahr 2018 stehen 150 deutsche Kreise mit Kaufkraftzufluss insgesamt 251 Kreisen mit Kaufkraftabfluss entgegen. Allerdings liegt es in der Natur des Einzelhandels, dass überwiegend Stadtkreise Zuflüsse verzeichnen, denn hier ballt sich der Einzelhandel und hat eine hohe Anziehungskraft auf die im Umland lebenden Konsumenten.

Trier liegt erstmals im Ranking vorne

Die Top 10 Kreise des Zentralitäts-Rankings sind die gleichen wie im Vorjahr. Nur der Stadtkreis Trier tauscht mit dem Stadtkreis Passau die Plätze und wird mit einer Zentralität von 210,1 bundesweiter Spitzenreiter.

Von den übrigen städtischen Kreisen in den Top 10 liegen sieben in Bayern. Städte wie Passau und Straubing sind Versorgungszentren für das ländlich geprägte Umfeld, wo wenig Einzelhandelsangebote zu finden sind. Bei mittlerer Einwohnergröße haben sie ein großes Einzugsgebiet, in dem relativ viel Kaufkraft steckt, was dann meist in die nahegelegene Stadt fließt.

Mit einer Zentralität von 55,5 ist der Landkreis Würzburg Schlusslicht unter allen 401 deutschen Kreisen, während der Stadtkreis Würzburg auf Rang drei liegt. Hier wird der Anziehungseffekt einer Stadt auf ihr Umland besonders deutlich. 

Top 10 Kreise – GfK Einzelhandelszentralität 2018

Rang

Stadt- oder Landkreis

Einwohner

Einzelhandelskaufkraft 2018 pro Kopf in €

Einzelhandelskaufkraft 2018 Index*

Einzelhandels-zentralität 2018 **

1

SK Trier

110.111

5.175

88,8

210,1

2

SK Passau

51.074

5.816

99,8

200,4

3

SK Würzburg

126.010

5.954

102,2

199,5

4

SK Straubing

47.142

5.838

100,2

196,5

5

SK Schweinfurt

52.724

5.684

97,6

191,9

6

SK Weiden i.d.OPf.

42.494

5.777

99,2

191,5

7

SK Zweibrücken

34.428

5.574

95,7

178,1

8

SK Flensburg

87.432

5.427

93,2

173,1

9

SK Rosenheim

62.672

6.192

106,3

171,6

10

SK Hof

45.183

5.490

94,3

167,3

Quelle: GfK Einzelhandelszentralität Deutschland 2018 l * Index je Einwohner (100 = Landesdurchschnitt) ** Zentralität 100 = Zufluss und Abfluss von Kaufkraft halten sich die Waage | SK = Stadtkreis

Der stationäre Einzelhandel kann trotz wachsender Bedeutung des E-Commerce in vielen Produktgruppen punkten, wenn es ihm gelingt, den Verbrauchern nahe zu sein und einprägsame Einkaufserlebnisse zu schaffen.

Wo das Potenzial wohnt – wenig Überraschungen bei der Einzelhandelskaufkraft

Die Information, wo das Potenzial sitzt, bevor es ausgegeben wird, ist für Einzelhändler allerdings ebenfalls sehr relevant. Die Einzelhandelskaufkraft weist das durchschnittliche Einzelhandels-Ausgabepotenzial am Wohnort der Menschen aus. Damit planen etwa Supermärkte ihre Standorte wohnortnah und Hersteller oder Onlinehändler wissen, wo es sich lohnt, Werbung zu schalten.

Wenige Punkte Unterschied im Kaufkraftindex je Einwohner wirken sich – je nach Einwohnerzahl des jeweiligen Gebiets – in der Gesamtsumme des Nachfragepotenzials in Euro dramatisch auf die regionalen Absatzchancen eines Händlers aus. Daher ist auch die Einzelhandelskaufkraft für Einzelhändler eine wichtige Messgröße.

Top 10 Kreise – GfK Einzelhandelskaufkraft 2018 je Einwohner

Rang

Stadt- oder Landkreis

Einwohner

Einzelhandelskaufkraft 2018 pro Kopf in €

Einzelhandelskaufkraft 2018 Index*

Einzelhandels-zentralität 2018 **

1

LK Hochtaunuskreis

234.991

7.622

130,8

68,0

2

LK Starnberg

134.732

7.572

130,0

64,9

3

SK München

1.464.301

7.571

130,0

114,7

4

LK München

343.405

7.410

127,2

76,2

5

LK Main-Taunus-Kreis

235.708

7.332

125,9

103,0

6

LK Ebersberg

139.016

7.086

121,6

113,2

7

LK Fürstenfeldbruck

216.857

6.886

118,2

72,8

8

SK Düsseldorf

613.230

6.861

117,8

114,9

9

LK Dachau

150.839

6.687

114,8

68,7

10

SK Baden-Baden

54.307

6.681

114,7

104,9

Quelle: GfK Einzelhandelszentralität Deutschland 2018 l * Index je Einwohner (100 = Landesdurchschnitt) ** Zentralität 100 = Zufluss und Abfluss von Kaufkraft halten sich die Waage | SK = Stadtkreis | LK = Landkreis

 Über die Studie

Die "Sogwirkung" einer Stadt als Einkaufsort kann dadurch gemessen werden, dass man die Nachfrage der Einwohner am Wohnort (GfK Einzelhandelskaufkraft) den Umsätzen im Einzelhandel (GfK Einzelhandelsumsatz) gegenüberstellt. Daraus ergibt sich die GfK Einzelhandelszentralität. Eine Zentralität größer 100 bedeutet einen Kaufkraftzufluss, unter 100 einen Kaufkraftabfluss.

Für die Berechnung der Einzelhandelskaufkraft werden die Ausgaben für die Warengruppen Nahrungs- und Genussmittel, Körper- und Gesundheitspflege, Kleidung, Schuhe, langlebige Güter, Bildung und Unterhaltung (z.B. TV, Radio, Bücher, Fotobedarf, Zeitschriften, Spielwaren, Sportartikel) sowie persönliche Ausstattung (Uhren, Schmuck, etc.) berücksichtigt.

Die regionalisierten Daten zur Einzelhandelszentralität liegen für viele europäische Länder vor und sind jeweils bis zur feinsten administrativen (mind. 10.000 Einwohner) und postalischen Ebene als Prognose für das laufende Jahr verfügbar. Es handelt sich bei der Kaufkraft und den Umsatzdaten um nominale Angaben – d.h. ohne Berücksichtigung von Inflationsentwicklungen und regional verschiedenen Preisniveaus oder unterjährigen Wechselkurseffekten.

Mit der GfK Einzelhandelszentralität erhalten Einzelhändler eine objektive Messgröße dafür, welcher Region, welcher Stadt oder welcher Postleitzahl innerhalb einer Stadt es gelingt, mit dem vorhandenen Einzelhandelsangebot besonders viel Kaufkraft anzuziehen und zu binden. Sie ist somit für die Standortplanung und -bewertung unverzichtbar. Die Einzelhandelszentralität sollte bei Expansionsentscheidungen jedoch im Zusammenhang mit den Einwohnerzahlen, dem GfK Einzelhandelsumsatz und der GfK Einzelhandelskaufkraft betrachtet werden. Alle drei Kennziffern sind standardmäßig in der Studie „GfK Einzelhandelszentralität“ enthalten.

Weitere Informationen zu den regionalen Marktdaten von GfK finden Sie hier.
Bildmaterial in Druckauflösung finden Sie hier.

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Über GfK

GfK verknüpft Daten mit wissenschaftlichen Methoden und liefert mit innovativen Lösungen die Antwort auf zentrale Geschäftsfragen rund um Verbraucher, Märkte, Marken und Medien – jetzt und in der Zukunft. Als Forschungs- und Analysepartner verspricht GfK seinen Kunden weltweit “Growth from Knowledge”.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com/de
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