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21.11.2017

Oktober 2017: 11 Prozent unter Null

Textilmarkt Oktober 2017

Läutet der Verbraucher die nächste Berg- und Talfahrt im Textilhandel ein? Nach +13% im September und -11% im Oktober scheint es fast so. Nur dieses Mal handelt es sich nicht um den Ausgleich eines tollen Vorjahresmonats. Der Oktober 2016 war zwar tatsächlich im Plus, aber bei nicht einmal 2%. Wie angekündigt, war der erfolgreiche Vormonat September also keine Trendwende, sondern vor allem dem damaligen kalten Wetter geschuldet. Der Oktober hatte indes mit einem Verkaufstag und einen verkaufsstarken Samstag weniger als 2016 zu kämpfen.

Das Monatsergebnis ist dementsprechend rundum ernüchternd: Alle Sortimente – DOB, HAKA, KOB, Wäsche, Strümpfe, Schuhe, Sport, Accessoires und auch Haus- und Heimtextilien – waren unisono im Minus. Und zwar weit im Minus. 

Es verwundert daher nicht, dass auch alle Kanäle rote Zahlen schrieben – bis auf den Versandhandel, der ein leichtes Umsatzplus generierte. Letzteres ist ein wenig überraschend, da das Online-Business insgesamt dezent rückläufige Umsätze verzeichnete. Wie kann das sein? Die Ursache liegt darin, dass Versandhandel und Online-Handel unterschiedliche Messgrößen sind. Zum Versandhandel – in Deutschland seit jeher eine feste Größe – zählen alle Unternehmen, deren Kerngeschäft im Versand von Waren liegt. Das Online-Geschäft, auf dem die genannte Veränderungsrate beruht, beinhaltet alle Online-Käufe. Also auch alle Online-Einkäufe bei Unternehmen, deren Kerngeschäft stationär ist. In Deutschland zählen inzwischen nahezu alle Filialisten sowie einige Platzhirsche dazu. 

Die Durchschnittspreise stiegen auch im Oktober deutlich. Dies bedeutet aber auch, dass die abgesetzte Menge noch stärker als der Umsatz zurückging. Andererseits ist dies ein Hinweis, dass die verfrühten Sale-Aktionen nicht besonders gut angenommen wurden.

Ausblick: 

Der November hat wie im Vorjahr 25 Verkaufstage mit vier Samstagen. In Sachsen, wo der Buß- und Bettag (22.11.) ein Feiertag ist, ist es ein Verkaufstag weniger. Die Umsätze waren im November 2016 zwar um 3% gestiegen, aber zumindest ein zusätzliches Mengenwachstum müsste von den immer stärker gepushten Verkaufsaktionen in der Woche um das amerikanische Thanksgiving-Fest am 23.11. ausgehen. Da gibt es Cyber Monday, Cyber-(Monday-)Woche, die bekannteste Variante Black Friday u.v.m. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und auch nicht den Preisnachlässen von bis zu 90%. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass die Oktober-Aktionen bei den Kunden nicht richtig ankamen. Ob dies dem Markt wirklich hilft, ist zumindest fraglich. Letztendlich ist aber im November nicht zuletzt auf Grund derartiger Aktionen neben dem Mengenwachstum auch ein Umsatzplus durchaus möglich.

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