Wie planen die Deutschen ihren Urlaub für den Sommer 2009?

Reise-Planungen (Erhebungsstand Februar 2009) für den Sommer 2009

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Grafik 4

Die Grafik stellt zum einen den Verlauf der letzten drei Sommersaisons bezüglich der Reiseabsichten, gemessen in Mio. Reisen, dar. In der Rückschau zeigen wir zudem zum Vergleich die Menge an getätigten Reisen nach Abschluss der jeweiligen Saison. Zwischen Planung und tatsächlich realisierten Reisen ergibt sich immer eine Differenz. Für die vergangenen beiden Jahre lag dieser Anteil bei ca. 10 Prozent an Reisen, die ohne größere Planungen vergleichsweise spontan durchgeführt wurden.

Zum Planungszeitpunkt Februar 2009 stellen wir fest:

Die Deutschen warten derzeit bei Reisebuchungen und -Plänen noch ab. Der Wert für Reiseabsichten/Planungen (Frage: Haben sie vor, im Sommer 2009 einen Urlaub zu unternehmen) zeigt sich mit -3,5 Prozent im Minus. Zudem sehen wir auch, dass die Käuferreichweite (Haushalte, die sich überhaupt einen Urlaub leisten) seit dem Ausnahmesommer 2006 stetig zurückgeht.

Aber es gibt Bevölkerungsschichten, die sich von den aktuellen Nachrichten weniger beeinflussen lassen. So sind die Haushalte der Haushaltsnettoeinkommensklasse größer 3.250 € mit 7 Prozent im Planungsplus. Diese Gruppe steht für rund 35 Prozent der Gesamtausgaben, welche die Deutschen für Urlaub im Sommer 2008 getätigt haben. Ebenso krisenresistent zeigt sich die Generation 65+. Sie planen exakt auf Vorjahresniveau und machen damit immerhin 20% des deutschen Urlauberreisemarktes aus.

Noch ist nicht abzusehen, wie weit wir uns beim Sommerurlaub einschränken müssen. Dafür sind die Auswirkungen der Finanz- und Bankenkrise in weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht angekommen. Die Verunsicherung beim Verbraucher ist hingegen deutlich zu spüren. Er stellt sich auf schlechtere Zeiten ein. Kurzarbeit und erste drohende Entlassungen lassen die Deutschen beim Gang zum Reisebüro oder beim Klick im Internet mit einer Reisebuchung zögern.

Seit längerem hält sich die Meinung, dass Deutschland immer beliebter wird bei deutschen Gästen. Zumindest stimmt dies bei ausschließlicher Betrachtung der absoluten Anzahl getätigter Reisen. Im Sommer 2008 verzeichnet Deutschland als Reiseziel ein Plus von 1,9 Prozent  (Prognose für diesen Sommer + 3,7 Prozent), aber der getätigte Umsatz stagnierte (-0,1 Prozent). Der Trend hin zum Reiseziel Deutschland bedeutet auch einen geringeren Ausgabebetrag pro Person und Nacht. Der erzielte Umsatz (durchschnittlichen Ausgaben pro Person und Nacht) war im Sommer 2008 im Binnentourismus z.B. bei 65 € gegenüber 88 € bei Auslandsaufenthalten (erhoben für alle Urlaubsreisen ab einer ÜN). Dies wird in der Summe einen Umsatzverlust bedeuten.

Dieser Effekt von geringerem Umsatz wird in Krisenzeiten noch verstärkt, denn mit jeder Reise die an Stelle Haiti in den Harz unternommen wird, verliert die Reiseindustrie insgesamt an Marktbedeutung.

Ob sich das Reiseklima wieder etwas aufhellt oder die Stimmung und damit die Buchungslage gar noch schlechter wird, hängt im weiteren Verlauf vor allem der Konjunktur und den Auswirkungen auf die Erwerbsquote in Deutschland ab. Wer kann auf diese Frage zur Zeit wirklich eine Antwort geben?

 

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