GfK Gruppe übertrifft Erwartungen für 2005 erheblich

  • Umsatz der GfK Gruppe inklusive der NOP-World-Gesellschaften wächst um über 39 Prozent auf 935,4 Millionen Euro (Guidance: >900,0)
  • EBIT einschließlich Beteiligungsergebnis und Überleitungsposten erhöht sich um gut 41 Prozent auf 128,6 Millionen Euro
  • Marge steigt auf 13,7 Prozent (Guidance: >12,5 Prozent)
  • Organisches Wachstum liegt mit 6,5 Prozent erneut deutlich über dem Branchenwachstum
  • Dividende soll sich um 10 Prozent auf 0,33 Euro erhöhen

Nürnberg, 28. Februar 2006 - Das Geschäftsjahr 2005 verlief für die GfK Gruppe überaus erfolgreich. Nach den vorliegenden vorläufigen Eckdaten hat die GfK einschließlich der Unternehmen der ehemaligen NOP World ihren Umsatz um 39,2 Prozent von 671,7 auf 935,4 Millionen Euro gesteigert. Der GfK gelang es darüber hinaus, das Branchenwachstum, das nach Schätzung von Experten 4 bis 5 Prozent betrug, mit organisch 6,5 Prozent deutlich zu übertreffen und damit die Marktposition der GfK Gruppe weltweit weiter auszubauen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) einschließlich Beteiligungsergebnis und Überleitungsposten, mithilfe derer die Vergleichbarkeit zwischen vorläufigen IFRS-Zahlen und US-GAAP-Guidance hergestellt wird, verbesserte sich um 41,2 Prozent von 91,1 auf 128,6 Millionen Euro. Hierin sind Integrationskosten in Höhe von 15,8 Millionen Euro enthalten.

Im Geschäftsjahr 2005 übertraf die GfK Gruppe ihre Guidance für Umsatz und Ergebnis, die sie Anfang 2005 erstellt hatte, erheblich. Nach dem Erwerb der NOP World und der Erweiterung des Konsolidierungskreises zum 1. Juni 2005 hatte die GfK ihre Guidance neu angepasst: Danach erwartete sie einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro sowie eine Marge des EBIT nach Beteiligungsergebnis inklusive Überleitungsposten von mindestens 12,5 Prozent. Diese Guidance übertrifft die GfK im Umsatz um rund 4 Prozent und im EBIT nach Beteiligungsergebnis einschließlich Überleitungsposten um rund 10 Prozent. Die EBIT-Marge beläuft sich auf 13,7 statt der erwarteten mindestens 12,5 Prozent.

Änderung des Bilanzierungsstandards von US-GAAP auf IFRS

Wie gefordert wird die GfK Gruppe den Jahresabschluss ab 2005 nach den Bilanzierungsrichtlinien IFRS (International Financial Reporting Standards) veröffentlichen. Diesen zufolge werden - im Gegensatz zur bisherigen US-GAAP-Rechnungslegung der GfK Gruppe - mehrere Posten aufwandswirksam. Sie beeinflussen das oben genannte EBIT inklusive Überleitungsposten nach Beteiligungsergebnis von 128,6 Millionen Euro wie folgt:

  • Abschreibung auf die erstmalige Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen im Rahmen der Purchase Price Allocation (PPA) in Höhe von 16,8 Millionen Euro
  • Aufwendungen für Mitarbeiteroptionen in Höhe von 2,3 Millionen Euro.
  • 5,5 Millionen Euro Differenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungen werden nach IFRS teilweise im Eigenkapital verbucht.

Das EBIT einschließlich Beteiligungsergebnis nach IFRS, jedoch ohne diese Überleitungsposten, beläuft sich auf 104,0 Millionen Euro.

Die Aktionäre profitieren von diesem positiven Geschäftsverlauf. Aufsichtsrat und Vorstand planen, der Hauptversammlung am 29. Juni 2006 eine Erhöhung der Dividende je Aktie um 10 Prozent von 0,30 auf 0,33 Euro je Anteil vorzuschlagen. Die 3,15 Millionen Aktien aus der Kapitalerhöhung sind für 2005 voll dividendenberechtigt. Somit steigt die Ausschüttungssumme sogar um 23 Prozent auf 11,6 Millionen Euro. Seit ihrem Börsengang 1999 hat die GfK ihre Dividende in jedem Jahr erhöht.

GfK GRUPPE: ENTWICKLUNG IM VERGLEICH ZUM VORJAHR


In Millionen Euro
2004
US-GAAP
2005
IFRS vorläufig
Umsatz671,7935,41)
Angepasstes operatives Ergebnis2)86,2121,5
Hervorgehobene Posten
(inklusive Integrationskosten)
0,745,5
Operatives Ergebnis86,976,0
Beteiligungsergebnis/Ergebnis aus assoziierten Unternehmen4,028,0
EBIT91,1104,0
Überleistungsposten zur Guidance
Abschreibung PPA16,8
Personalaufwand aus
Aktienoptionsprogramm
2,3
Währung5,5
Angepasstes EBIT128,6
1) Guidance für 2005: >900,0 Millionen Euro
2) angepasst um sonstige betriebliche Aufwände/Erträge (z.B. PPA, Währungseffekte),
Integrationskosten und Personalkosten aus dem Aktienoptionsprogramm


Entwicklung der GfK Gruppe

Insgesamt steigerte die GfK ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 39,2 Prozent - davon sind 0,3 Prozent Währungseffekten zuzuschreiben. Das organische Wachstum der GfK lag mit 6,5 Prozentpunkten deutlich über dem Branchenwachstum von 4 bis 5 Prozent. Lässt man die mehrjährigen Aufträge mit festem Umsatzvolumen außer Acht, so machte das organische Wachstum sogar 6,9 Prozentpunkte aus.

Das hohe anorganische Wachstum von 32,4 Prozentpunkten ist im Wesentlichen dem Erwerb der NOP World zu verdanken, die vom 1. Juni 2005 an konsolidiert ist. Den Kaufpreis in Höhe von 550 Millionen Euro finanzierte die GfK größtenteils aus Fremdmitteln. In einem zweiten Schritt hat sie darüber hinaus Eigenmittel über eine zehnprozentige Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts aufgenommen. Dazu platzierte die Gesellschaft am 2. Juni 3,15 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren und nahm 90,3 Millionen Euro ein.

Der Gesamtumsatz von 935,4 Millionen Euro umfasst den Umsatz der GfK Gruppe vor Konsolidierung der NOP World in Höhe von 737,4 Millionen Euro sowie den der Unternehmen der NOP World in Höhe von 198,0 Millionen Euro. Bei dem angepassten operativen Ergebnis in Höhe von 121,5 Millionen Euro sind - vor Integrationskosten in Höhe von 15,8 Millionen Euro - 100,4 Millionen Euro der "alten" GfK Gruppe und 21,1 Millionen Euro den Unternehmen der NOP World zuzurechnen.

Entwicklung der Geschäftsfelder

In ihren fünf Geschäftsfeldern erzielte die GfK Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut durchweg gute Wachstumsraten.

GfK GRUPPE: MIT UND OHNE NOP WORLD (2005 NACH IFRS)


In Millionen Euro
2004
GfK "alt"1)
2005
GfK "alt"
vorläufig
Verän-
derung
absolut
Verän-
derung
in %
2005
NOP World
vorläufig
2005
GfK Gruppe
vorläufig
Umsatz671,7737,4+65,7+9,8198,0935,4
Operative Kosten585,6637,0+51,4+8,8176,9813,9
Angepasstes operatives
Ergebnis
86,1100,4+14,3+16,621,1121,5
Marge 12,813,6----10,713,0
1) nach US-GAAP

ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTSFELDER1)

Umsatz
in Millionen Euro

2004
2005
vorläufig
Veränderung
in %
Custom Research252,1417,5+65,6
Retail and Technology187,0208,2+11,3
Consumer Tracking94,4100,6+6,5
Media62,295,4+53,2
HealthCare68,1106,4+56,3
Sonstige7,97,3-7,0
Gesamt671,7935,4+39,2
1) Zahlen aus dem Management-Informationssystem, Rundungsdifferenzen möglich

Im Geschäftsfeld CUSTOM RESEARCH liefert die GfK ihren Kunden Informationsservices für operative und strategische Marketingentscheidungen. Dazu gehören Tests und Studien zu Produkt- und Preispolitik, Markenführung, Kommunikation, Distribution und Kundenloyalität. Im Jahr 2005 stieg der Umsatz dieses Geschäftsfelds um 65,6 Prozent auf 417,5 Millionen Euro. Davon sind 58,5 Prozent auf Akquisitionen zurückzuführen und 6,4 Prozent organischer Natur. Währungseffekte erhöhten den Umsatz um 0,7 Prozent. Das hohe anorganische Wachstum beruht im Wesentlichen auf der Akquisition der NOP World.

Zur Umsatzsteigerung trug unter anderem auch ein bedeutender Auftrag an den Bereich GfK Automotive der GfK Custom Research France, Frankreich, bei. Dies ist bereits Folge der sich entwickelnden Synergien zwischen "alten" und "neuen" GfK-Unternehmen. Darüber hinaus wirkten sich die neuen Mehrheitsbeteiligungen an GfK Research Dynamics, Kanada, und an Adimark, Chile, umsatzsteigernd aus. Im Zuge der Akquisition der NOP World wurde die GfK Martin Hamblin, Großbritannien, zum Ende des dritten Quartals in die GfK NOP, Großbritannien, integriert.

Im Geschäftsfeld RETAIL AND TECHNOLOGY stellt die GfK ihren Kunden aus Handel und Industrie regelmäßig Informationsservices zur Verfügung, die auf Basis kontinuierlicher Erhebungen und Analysen der Umsätze von technischen Konsumgütern im Einzelhandel gewonnen werden. Mit 11,3 Prozent wuchs der Bereich auf 208,2 Millionen Euro erneut sehr erfreulich. 7,5 Prozentpunkte der Umsatzsteigerung waren organischer Natur, die restlichen 3,8 Prozentpunkte resultierten aus anorganischem Wachstum, das hauptsächlich auf den Erwerb der Beyen Marktforschung, Deutschland, zum 1. Januar 2005 zurückzuführen ist. Das starke organische Wachstum des Geschäftsfelds begründet sich auf der sehr guten Marktposition der GfK in diesem Geschäftsfeld weltweit, dem stetig steigenden Informationsbedarf der Hersteller von technischen Konsumgütern und - last but not least - auf dem erfolgreichen Kostenmanagement, das die Einführung des Produktionssystems Startrack möglich gemacht hat. Mit der Expansion in neue, schnell wachsende Märkte beispielsweise in Lateinamerika und dem Baltikum sorgt die GfK auch für das zukünftige Wachstum dieses Geschäftsfelds.

Das Geschäftsfeld CONSUMER TRACKING, in dem die GfK ihren Kunden europaweit Informations- und Beratungsdienstleistungen zum Einkaufsverhalten von Verbrauchern liefert, hat sich insgesamt gut entwickelt. Der Umsatz stieg deutlich um 6,5 Prozentpunkte auf 100,6 Millionen Euro. Davon waren 0,4 Prozentpunkte wechselkursbedingt und 6,2 Prozentpunkte organischen Ursprungs. Das Wachstum ist insbesondere dem Ausbau des ConsumerScan-Panels in Deutschland auf 20.000 Haushalte zuzuschreiben. Außerdem hat die GfK Panelservices Benelux, Niederlande, sehr gut abgeschnitten. Wegen der notwendig gewordenen Neuausrichtung des Handelspanelgeschäfts in der Schweiz wurde der Erfolg des Geschäftsfelds jedoch gemindert. Die GfK hatte dies bereits zuvor gemeldet.

Im Geschäftsfeld MEDIA bietet die GfK ihren Kunden in Europa und den USA Informationsservices zu Reichweite und Wirkungsweise klassischer Medien wie Print, Plakat, Film, Funk und Fernsehen sowie neuer On- und Offlinemedien an. Der Umsatz im Geschäftsfeld Media erhöhte sich um 53,2 Prozent auf 95,4 Millionen Euro. Davon sind 46,3 auf Akquisitionen zurückzuführen und 6,7 Prozent organischen Ursprungs. 0,3 Prozent resultierten aus Währungseffekten. Wesentliche Ursache des hohen anorganischen Wachstums war der Erwerb der NOP World. Das gute organische Wachstum ist auch einem Auftrag über die Lieferung von 4.000 GfK-Metern zur Messung von TV-Zuschauerreichweiten in Indien zu verdanken.

Das Geschäftsfeld HEALTHCARE liefert Informations- und Beratungsservices zu Märkten verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Medikamente, zu Biotechnologie, Diagnostik, Klinikausstattung, Labor- und Praxiszubehörartikeln sowie zu Dental- und Veterinärmedizin. Die Umsatzsteigerung auf 106,4 Millionen Euro in Höhe von 56,3 Prozent resultierte überwiegend aus anorganischem Wachstum. 4,7 Prozentpunkte waren organischer Natur, 0,4 Prozentpunkte wechselkursbedingt. Das HealthCare-Geschäft der GfK Martin Hamblin, Großbritannien, wurde im dritten Quartal in die GfK NOP, Großbritannien, und die GfK V2, USA, integriert.

Der Bereich SONSTIGE beinhaltet die GfK Group Services, die GfK Methoden- und Produktentwicklung und die GfK Data Services, Deutschland, in die Ende 2005 - nach Beendigung der Datenerhebung im Auftrag von IRI - die GfK Business Solutions & Processing integriert wurde. Diese Firmen sind als Dienstleister für die GfK Gruppe, ihre Tochterunternehmen und deren Kooperationspartner tätig. Im Jahr 2005 erzielte der Bereich einen Umsatz von 7,3 Millionen Euro.
Entwicklung der Regionen

DEUTSCHLAND bleibt - weil die neu erworbenen Gesellschaften der ehemaligen NOP World erst vom 1. Juni 2005 an konsolidiert wurden - auch im Jahr 2005 der in Bezug auf den Umsatz stärkste nationale Einzelmarkt der GfK. Das Geschäft in dieser Region erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 253,6 Millionen Euro. Davon waren 6 Prozent organischen Ursprungs.

KOMPONENTEN DES UMSATZWACHSTUMS NACH GESCHÄFTSFELDERN1)

Wachstum in %GesamtOrganischAkquisitionenWährung
Custom Research+65,6+6,4+58,5+0,7
Retail and Technology+11,3+7,5+3,8+0,0
Consumer Tracking+6,5+6,20,0+0,4
Media+53,2+6,7+46,3+0,3
HealthCare+56,3+4,7+51,2+0,4
Sonstige-7,0-6,90,0-0,1
Gesamt+39,2+6,5+32,4+0,3
1) Zahlen aus dem Management-Informationssystem, Rundungsdifferenzen möglich

ENTWICKLUNG DER REGIONEN1)

Umsatz
in Millionen Euro

2004
2005
vorläufig
Veränderung
in %
Deutschland236,3253,6+7,3
West- und Südeuropa215,7257,5+19,4
Nordeuropa55,6127,6+129,6
Zentral- und Osteuropa40,153,0+32,4
Asien und Pazifik39,338,8-1,2
Amerika84,8204,9+141,7
Gesamt671,7935,4+39,2
1) Zahlen aus dem Management-Informationssystem, Rundungsdifferenzen möglich

Der Umsatz in der Region WEST- UND SÜDEUROPA stieg um 19,4 Prozent auf 257,5 Millionen Euro. Akquisitionen trugen dazu mit 10,8 Prozent bei, während das organische Wachstum den Umsatz um 8,6 Prozent erhöhte.

In NORDEUROPA wuchs der Umsatz - ausschließlich aufgrund von Akquisitionen - um 129,6 Prozent auf 127,6 Millionen Euro. Die nicht zufrieden stellende Geschäftsentwicklung der GfK Martin Hamblin, Großbritannien, die im Zuge der Akquisition der NOP World zum Ende des dritten Quartals in die GfK NOP, Großbritannien, integriert wurde, führte dazu, dass sich der organisch erzielte Umsatz um 1,6 Prozent verminderte. Währungseffekte schmälerten den Umsatz um 0,6 Prozent.

Die Region ZENTRAL- UND OSTEUROPA erzielte mit 23,5 Prozent das beste organische Wachstum aller Regionen. Bei einem anorganischen Wachstum von 4,2 Prozent und Währungsgewinnen in Höhe von 4,7 Prozent stieg der Gesamtumsatz um 32,4 Prozent auf 53,0 Millionen Euro.

In ASIEN UND PAZIFIK blieb der Umsatz mit 38,8 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Teile der Aufträge, die in den Jahren zuvor direkt an die asiatischen Niederlassungen erteilt wurden, werden seit dem Jahr 2005 über die GfK in Deutschland erteilt und entsprechend auch dort fakturiert.

Das Umsatzwachstum von 141,7 Prozent auf 204,9 Millionen Euro in AMERIKA war das höchste aller Regionen. Es ist fast vollständig den Akquisitionen in dieser Region zuzuschreiben. Allem voran betreffen diese die Unternehmen der ehemaligen NOP World. Seit dem Börsengang 1999 hat sich die GfK mit dem Erwerb von Unternehmen in den USA, dem weltweit größten Einzelmarkt für Marktforschung, vom Markteinsteiger über Platz 15 im Jahr 2004 auf Platz 6 des Rankings der Marktforschungsunternehmen gesteigert.

Mitarbeiter

2005 beschäftigte die GfK mit 7.502 (Vollzeit) 35,4 Prozent mehr Mitarbeiter als im Vorjahr (5.539 Arbeitskräfte). Wegen des Erwerbs der NOP World erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 1.552 Mitarbeiter. In Deutschland arbeiteten für die GfK zum Ende des Geschäftsjahres insgesamt 1.588 Vollzeitbeschäftigte (2004: 1.502), im Ausland waren es 5.914 (2004: 4.037). Somit erhöhte sich der Anteil der außerhalb Deutschlands beschäftigten Mitarbeiter um 5,9 Prozentpunkte auf insgesamt 78,8 Prozent (2004: 72,9 Prozent).

Wichtige Ereignisse seit Jahresabschluss

Seit dem 1. Januar 2006 hält die GfK einen Anteil von 51 Prozent an dem in Mexico City ansässigen Unternehmen Merc. Das 1991 gegründete Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2005 mit 113 Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von knapp 5,9 Millionen Euro. Zu seinen wichtigsten Kunden zählen Nestlé México, Aerovias de México, Pfizer, Novartis und Cadbury Adams.

Ebenfalls zum 1. Januar erwarb die GfK 80 Prozent des Marktforschungs-instituts KleimanSygnos, Argentinien. Das 2002 aus der Kleiman Research und der Sygnos Research and Consultancy hervorgegangene Unternehmen erwirtschaftete 2005 mit 128 Vollzeitbeschäftigten knapp 1,3 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Kunden von KleimanSygnos zählen Philip Morris, die Getränkehersteller Cepas Argentinas, Pepsi-Cola Argentina & Latin America und Cervecerias Quilmes.

Im Januar präsentierte die GfK Gruppe mit der "5 Star Initiative" die Eckpunkte ihrer strategischen Ausrichtung für die kommenden fünf Jahre. Mit ihr sind fünf Meilensteine definiert, welche die GfK in den nächsten Jahren mit hoher Priorität verfolgen wird:

  • Die erste Initiative "Fact-based consultancy" beinhaltet den konsequenten Ausbau des Dienstleistungsangebots zu hochwertigen, informationsbasierten und kontinuierlich erbrachten Beratungsleistungen für das Topmanagement der Kundenunternehmen.

  • Die zweite Initiative "TOP 3" beinhaltet die Vision der Positionierung der GfK im Weltmarkt der Marktforschung. Ihr Ziel: die Nummer 3 der Branche zu werden und zugleich jeweils die Nummer 3 in jedem ihrer Geschäftsfelder sowie in den wichtigen Marktforschungsländern Europas, Nord-, Mittel- und Südamerikas sowie der Region Asien/Pazifik.

  • Drittens möchte die GfK mit ihrer Initiative "Globale Reichweite" ihr weltweites Netzwerk weiter ausdehnen und in allen in wirtschaftlicher und marktforscherischer Hinsicht relevanten Ländern eigene Unternehmen aufbauen.

  • Die GfK wird sich viertens mit ihrer Initiative "Full Service" auch weiterhin als Marktforschungsunternehmen mit einem breit gefächerten Serviceangebot aufstellen.

  • Mit der fünften Initiative "Hervorragende Finanzsituation" werden die finanziellen Erwartungen der GfK definiert. Die GfK möchte ihren Umsatz der 1,5-Milliarden-Euro-Marke zügig nähern und eine Marge (Angepasstes operatives Ergebnis zu Umsatz) zwischen 13 und 15 Prozent erzielen. Das Verhältnis von Nettoschulden zum EBITDA soll so bald wie möglich auf nahe 2 gesenkt werden.


Ausblick

Für die GfK hat sich die Struktur der Aufträge, die im laufenden Jahr umsatzrelevant werden, mit dem Erwerb der NOP World verändert. So hat sich insbesondere der Anteil des Ad-hoc-Geschäfts erhöht. Diese Verschiebung im Auftragsportfolio führt zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr. Die Kennzahl der Summe aus Auftragsbestand und -eingang und den bereits fakturierten Umsätzen liegt per Ende Januar bei 31 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes gegenüber 36 Prozent im Vorjahr.

Die GfK rechnet damit, im Geschäftsjahr 2006 einen Gesamtumsatz von über 1,1 Milliarden Euro zu erzielen. Dies entspricht - auf Basis des seit Anfang des Jahres bestehenden Konsolidierungskreises - einem Wachstum von etwa 18 Prozent. Das Unternehmen erwartet, das durchschnittliche Branchenwachstum erneut zu übertreffen, das nach Schätzungen von Experten im Jahr 2006 bei etwa 5 Prozent liegen wird.

Wie in den Vorjahren soll das Ergebnis überproportional zum Umsatz steigen. Die Marge, das heißt das auf den Umsatz bezogene, angepasste operative Ergebnis, soll mindestens 13,0 Prozent betragen. Das ist ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem vergleichbaren Wert im Jahr 2005 von 12,2 Prozent. In diesem Vergleich wurde der Umsatz der NOP World für das gesamte Jahr 2005 angenommen. Für die einzelnen Geschäftsfelder erwartet die Gesellschaft folgende Entwicklung:

KOMPONENTEN DES UMSATZWACHSTUMS NACH REGIONEN1)

Wachstum in %GesamtOrganischAkquisitionenWährung
Deutschland+7,3+6,0+1,30,0
West- und Südeuropa+19,4+8,6+10,80,0
Nordeuropa+129,6-1,6+131,8-0,6
Zentral- und Osteuropa+32,4+23,5+4,2+4,7
Asien und Pazifik-1,2-1,20,00,0
Amerika+141,7+2,7+137,7+1,2
Gesamt+39,2+6,5+32,4+0,3
1) Zahlen aus dem Management-Informationssystem, Rundungsdifferenzen möglich

Insgesamt geht die GfK davon aus, dass sie in allen Geschäftsfeldern ein gutes Wachstum erzielen wird. Dabei sollen die Margen der Geschäftsfelder inklusive der Unternehmen der ehemaligen NOP World jeweils mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen beziehungsweise darüber liegen.

Bilanzpressekonferenz und vollständiger Jahresabschluss

Die GfK wird den vollständigen Jahresabschluss am Morgen des 2. Mai um 10.00 Uhr im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der GfK in Nürnberg veröffentlichen. Nachmittags ab 15.00 Uhr stellt sie den Abschluss dann auf einer DVFA-Analystenkonferenz in Frankfurt am Main vor.

GfK-GESCHÄFTSFELDER: GUIDANCE 2006



In Millionen Euro
2005
Umsatz
vorläufig
2006e
Umsatz
[%]
2005
Marge vorläufig
like for like [%]1)
2006e
Marge
[%]
Custom Research417,5>21,0~8,5>8,5
Retail and Technology208,0>6,0~25,0>25,0
Consumer Tracking100,6>7,0~4,5>6,5
Media95,4>20,0~20,0>20,0
HealthCare106,4>33,0~7,5~12,0
GfK Gruppe2)935,4 ~18,0 ~12,2 >13,0 

1) Annahme: Umsatz der NOP-World-Gesellschaften für das gesamte Jahr 2005
2) einschließlich "Sonstige"

Voraussichtliche Finanztermine


2. Mai 2006Bilanzpressekonferenz, Nürnberg
2. Mai 2006Analystenkonferenz, Frankfurt am Main
15. Mai 2006 Quartalsbericht zum 31. März*
29. Juni 2006Hauptversammlung, Fürth, Stadthalle
14. August 2006 Halbjahresbericht zum 30. Juni*
14. November 2006 Neunmonatsbericht zum 30. September*


*) Die Veröffentlichung erfolgt voraussichtlich vor Börsenbeginn.



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