Die deutschen Verbraucher sind sich weitgehend darin einig, dass der Klimawandel kommt. 50 Prozent schätzen die Darstellung des Themas von Seiten der Wissenschaft als realistisch ein. 35 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die tatsächliche Situation sogar noch gravierender ist. Die Diskussion für völlig übertrieben hält eine Minderheit von 13 Prozent. In diesem Punkt differieren allerdings die Meinungen zwischen West und Ost deutlich. In den alten Bundesländern vertreten diese Ansicht knapp 12 Prozent der Verbraucher, in den neuen Bundesländern hingegen fast ein Fünftel.
Was gut fürs Klima ist, nützt auch der deutschen Wirtschaft: Mit ihren Absichten, ihr eigenes Einkaufsverhalten zu ändern und in umweltfreundliche Technik für das eigene Heim zu investieren, werden die Konsumenten die Binnennachfrage in Zukunft beleben.
Doch was wollen die Deutschen konkret für die Umwelt tun? Vier von fünf Verbrauchern wollen Elektrogeräte nicht mehr im Stand-by-Betrieb eingeschaltet lassen und herkömmliche Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzen. Auch die Anschaffung von Haushaltsgeräten mit einem geringeren Stromverbrauch (59 Prozent) und der Griff nach regionalen Produkten im Einkaufsregal (57 Prozent) hat bei den Konsumenten Vorrang, um den Energieverbrauch und somit den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren.
In Sachen Mobilität ist die Bereitschaft, etwas gegen die globale Erwärmung zu unternehmen, geringer. Der Kauf eines sparsameren Neu- oder Gebrauchtwagens und die Option, insgesamt weniger mit dem Auto zu fahren, werden jeweils von knapp jedem dritten Verbraucher in Zukunft in Betracht gezogen. In den alten Bundesländern häufiger als in den neuen. Mit 35 Prozent wollen Frauen öfter aufs Auto verzichten als Männer (29 Prozent). Das Flugzeug wollen 35 Prozent der Konsumenten zukünftig seltener benutzen. Hier sind insbesondere die Verbraucher in gehobenen Einkommensverhältnissen und ältere Personen im Ruhestand (jeweils 38 Prozent) bereit, ihre Lebensgewohnheiten zu ändern.
Ebenfalls knapp ein Drittel der deutschen Konsumenten sieht eine niedrigere Raumtemperatur als eine weitere Möglichkeit, den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Wärmedämmung der Wohnung oder des Hauses verbessern – hier möchte jeder vierte Verbraucher zukünftig aktiv werden. Mit dem Einbau einer neuen Heizungsanlage wollen 16 Prozent der Deutschen einen Beitrag leisten und das vor allem im Westen: In den alten Bundesländern sind 17 Prozent zu dieser Investition bereit, in den neuen Bundesländern hingegen nur knapp ein Zehntel. Gerade in diesem Bereich ist in Deutschland noch großes Potenzial vorhanden, da drei von vier Wohnungen vor 1980 gebaut wurden und diese zum Teil nach wie vor unzureichend gedämmt sind.
Eine weitere Möglichkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern, ist die Reduzierung des Fleischkonsums, da durch die Massentierhaltung erhebliche Mengen Methangas in die Atmosphäre gelangen. Dieses Gas trägt ebenso wie Kohlendioxid zur globalen Erwärmung bei. Gut jeder fünfte Verbraucher ist derzeit bereit, den Fleischverzehr einzuschränken – Frauen (28 Prozent) deutlich häufiger als Männer (15 Prozent).
Im Rahmen der Studie "Einfluss des Klimawandels auf den Konsum" befragte die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK-Nürnberg e.V. im März 2007 insgesamt 2.075 Verbraucher in Deutschland. Die Studie ist repräsentativ für 64,9 Millionen Verbraucher ab 14 Jahren in Deutschland.
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