Zeichen der Erholung im westeuropäischen Markt für Technische Gebrauchsgüter
GfK TEMAX Westeuropa zeigt im dritten Quartal positive Signale: geringere Verluste als in den Vorquartalen
Nürnberg, 30. November 2009 – Im dritten Quartal 2009 gaben die westeuropäischen Verbraucher für Technische Gebrauchsgüter knapp über 43 Milliarden Euro aus. Nach einem Marktrückgang von 8 Prozent im ersten und 9,2 Prozent im zweiten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode war die Entwicklung mit minus 5,5 Prozent im dritten Quartal positiver. Ohne Währungseffekte beträgt der Verlust im dritten Quartal 2 Prozentpunkte weniger und liegt bei minus 3,4 Prozent. Mit Deutschland und Frankreich zeigen zwei der drei umsatzstärksten Märkte eine stabile Entwicklung. Auch Großbritannien ist wieder auf dem richtigen Weg. Diese Ergebnisse basieren auf dem GfK TEMAX Westeuropa, einem Informationsservice von GfK Retail and Technology.
Elektrokleingeräte zeigten im dritten Quartal mit 0,2 Prozent Umsatzrückgang in Westeuropa die positivste Entwicklung. Elektrogroßgeräte erwiesen sich als relativ stabiler und konstanter Sektor. Mit einer Verbesserung von minus 5,5 Prozent im zweiten Quartal auf minus 2,9 Prozent im dritten Quartal könnte dies ein erstes Zeichen für eine Kehrtwende in Europa sein. Unterhaltungselektronik und das Fotosegment halbierten ihre Verluste gegenüber dem zweiten Quartal um mehr als die Hälfte. Bürogeräte und Telekommunikation verbesserten ihre Umsatzrückgänge vom zweistelligen in den einstelligen Bereich. Die Märkte profitieren in diesem Jahr stark von der Bedeutung der Elektronikartikel für einen zeitgemäßen Lebensstil.
Elektrokleingeräte: Wichtigste Märkte von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unberührt
Im dritten Quartal 2009 haben die Verbraucher insgesamt 3,2 Milliarden Euro für Elektrokleingeräte ausgegeben. Dies ist eine stabile Entwicklung gegenüber dem Vorjahresquartal (-0,2%). Eine beachtliche Leistung, denn ohne Wechselkurseffekte durch das britische Pfund hätte der Umsatz in Westeuropa sogar zugelegt. Mit Ausnahme von Italien, den Niederlanden und Großbritannien zeigten alle westeuropäischen Länder positive Zuwachsraten. Nach lokaler Währung erreichte auch Großbritannien ein Wachstum von 2,1 Prozent. Länder wie Griechenland und Spanien drehten nach negativer Entwicklung am Jahresanfang in den positiven Bereich.
Im Segment der Heißgetränkezubereitung behaupteten sich erneut Kapsel und Kaffeepad-Maschinen als Wachstumstreiber. Bei Körperpflege zeigten Epiliergeräte ein stetiges Wachstum und auch elektrische Geräte zur Zahnpflege entwickelten sich gut. Küchenmaschinen und Handmixer erfreuten sich einer besonders positiven Umsatzsteigerung.
Verkäufe über Online-Kanäle werden im europäischen Handel immer wichtiger. Auch die Elektrokleingeräte machen hier keine Ausnahme. Die Anteile des Online-Handels unterscheiden sich allerdings je nach Produktgruppe stark, mit Spitzenreitern von bis zu 30 Prozent Online-Umsatz innerhalb des Warenbereichs. Im dritten Quartal erwirtschafteten die Online- Vertriebskanäle den größten Teil ihrer Umsätze mit Staubsaugern und Geräten zur Heißgetränkezubereitung.
Elektrogroßgeräte: hochwertige Ausstattung weiterhin gefragt
Bezogen auf Wachstumsraten behaupten sich die Elektrogroßgeräte wieder auf dem zweiten Platz. Die Umsätze im dritten Quartal belaufen sich auf 8,1 Milliarden Euro, ein Rückgang von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Viele westeuropäische Märkte zeigen nach den ersten neun Monaten weiterhin einen negativen Trend. Doch das Bild ändert sich. Neben Österreich und Deutschland, die bereits in den ersten beiden Quartalen positive Wachstumsraten aufwiesen, schreiben nun auch Belgien und Schweden schwarze Zahlen.
Selbst in Zeiten des Abschwungs tendieren die Verbraucher zu Geräten mit hochwertiger Ausstattung. In einer Vielzahl von Produktsegmenten ist ein Trend zu höherer Leistungsfähigkeit zu beobachten. Gefragt sind Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühlschränke und Gefriergeräte mit größerem Fassungsvermögen. Auch große Herde und Kochfelder sind beliebt. Die Konsumenten erwarten von diesen Produkten Wasser- und Energieeffizienz.Prominente Beispiele sind Kühlgeräte der Klasse A++ und Geschirrspüler mit einem Wasserverbrauch von weniger als zwölf Litern pro Spülgang. Das Internet gewinnt als Distributionskanal in den großen Ländern weiter an Bedeutung. Die Online-Verkäufe summieren sich in Westeuropa mittlerweile auf 7 Prozent.
Foto: noch im Abschwung, aber bislang bestes Quartal in 2009
Im Bereich Foto erreichten die Umsätze – wie im zweiten Quartal – eine Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahresquartal entspricht dies einer Abnahme um 4,7 Prozent – die bislang positivste Quartalsentwicklung im laufenden Jahr. Deutschland, Österreich und Frankreich kehrten zu positiven Wachstumsraten zurück.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Fotobranche sind im Anschluss an den am 30. November und 1. Dezember in Nürnberg stattfindenden GfK Imaging Summit erhältlich. Weitere Informationen hierzu können im Internet unter www.gfkrt.com/imagingsummit abgerufen werden.
Informationstechnologie: Nutzwert und Innovation im Fokus
Das Segment der Informationstechnologie (IT) generierte Umsätze in Höhe von 10,2 Milliarden Euro. Mit einem Rückgang von 5,4 Prozent behauptete sich der westeuropäische Markt im dritten Quartal erheblich positiver als noch Anfang des Jahres befürchtet. Die Quartalsergebnisse können als Übergangsstadium gewertet werden, da die Markteinführung von Windows 7 bereits in den ersten Wochen massive Erfolge bei korrespondierenden Hardwareverkäufen zeigten. In Spanien, Portugal und Großbritannien wurden im dritten Quartal zweistellige Umsatzverluste verzeichnet. Nichtsdestotrotz zeigen sich im Vergleich zu den 7,7 Prozent Umsatzrückgang im zweiten Quartal Zeichen einer europaweiten Erholung. Deutschland erzielte im dritten Quartal ein Umsatzwachstum von 2,9 Prozent.
"Mobilität" ist weiterhin der Wachstumstreiber bei Computern, speziell bei der Nachfrage nach Netbooks und Notebooks. Auch Funkmäuse, tragbare Festplatten und Speichermedien beflügelten anhaltend das Marktwachstum. Bei den Zusatzgeräten zeigten Monitore mit großen Bildschirmdiagonalen eine gute Entwicklung. Mehr als das reine Wachstum durch innovative Segmente treiben mittlerweile Zusatznutzen und neue, alltägliche Verwendungsmöglichkeiten erschwinglicher Informationstechnologie das Marktgeschehen. Allgemeines Wachstum in allen Marktsegmenten wie in den Jahren 2007 und 2008 ist nicht mehr zu beobachten.
Der Preiswettbewerb in der Branche war moderat, aber die Verschiebung hin zu kostengünstigeren Produkten führte zu einer negativen Wertentwicklung trotz anhaltender positiver Nachfrage in Stückzahlen. Dieser Trend ist für die Anbieter in einem ohnehin schwierigen finanziellen Umfeld eine zusätzliche Herausforderung.
Unterhaltungselektronik: Fernseher treiben den Markt
Mit einem Umsatz von 10,6 Milliarden Euro durchbrach die Unterhaltungselektronik – nach 9,8 Milliarden im zweiten Quartal – wieder die zehn Milliarden-Marke. Damit bleibt das Segment der umsatzstärkste Teilmarkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist ein Rückgang von 6,9 Prozent zu verzeichnen.
In Österreich, Deutschland und Italien entwickelte sich der Umsatz im dritten Quartal positiv und damit weit besser als in den übrigen westeuropäischen Ländern. Trotzdem bleibt auch hier der Umsatz in den ersten neun Monaten noch stabil oder negativ.
Die Wachstumstreiber im Bereich der Unterhaltungselektronik kommen aus dem Fernsehumfeld. Besonders positiv zeigen sich zwei Trends: erstens die Nachfrage der Konsumenten nach höherer Bildqualität (LCD-Fernseher mit LED, Full HD oder 200HZ-Technologie) und zweitens der Bedarf an entsprechend hochwertigen Bildquellen (Set-top Boxen, Blue Ray Player, eingebaute HDTV-Empfänger und Internetfähigkeit).
Trotz der positiven Trends beim Verkauf von großen LCD- und Plasma-TVs mit modernster Display-Technik (Full HD) und eingebauten Digitalempfängern führte der erhebliche Preisverfall in allen TV-Segmenten zu einem wiederholten Umsatzrückgang in Westeuropa. Der Bedarf der Konsumenten hingegen wächst weiter, was die verkauften Stückzahlen belegen. Die große Nachfrage nach digitalen Set-top Boxen und Blue Ray Playern belegt den Wunsch nach digitalen und High Definition Inhalten. Speziell im italienischen Markt wurde durch die Abschaltung des analogen Fernsehens in vielen Regionen die Nachfrage nach Fernsehgeräten und Set-top Boxen enorm gefördert.
Im HIFI-Segment investieren die Verbraucher weiterhin in neue Produkte und Ausstattung. Dank Soundbars im Bereich der Lautsprecher, Heimkino systemen mit Blue Ray Playern, verbessertem Formfaktor und Design sowie neuen digitalen Receivern steigerten sich die Durchschnittspreise in diesen HIFI-Kategorien.
Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien – Multifunktionale Laserfarbdrucker sind Lichtblicke
Bürogeräte und Verbrauchsmaterialien weisen im dritten Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro aus, was ein Minus von 7,2 Prozent bedeutet. Dies ist dennoch eine deutliche Ergebnisverbesserung, wenn man es mit dem Vorquartal vergleicht. Damals war der Umsatz mit minus 11 Prozent stärker zurück gegangen.
Es gibt nach wie vor große Unterschiede zwischen den Mittelmeerländern und den nördlichen Ländern Europas – abgesehen von Großbritannien. Vor allem Portugal muss mit -40 Prozent einen dramatischen Umsatzeinbruch verkraften; getroffen sind auch Spanien und Griechenland. Auf der anderen Seite haben Österreich, Belgien und Frankreich bereits fast wieder positive Ergebnisse erreicht. Dies lässt für das vierte Quartal hoffen.
Insgesamt war 2009 in Westeuropa ein Jahr der Gegensätze: Die Hardware lief schleppend. Am Ende des dritten Quartals steht ein Minus von 13 Prozent. Unternehmen und Verbraucher waren zurückhaltend, ihre Drucker auszutauschen. Der Verbrauch dagegen blieb konstant. Deshalb erreichen Druckerpatronen und Toner nach wie vor ein ganz passables Ergebnis – vor allem verglichen mit dem Trend bei der Hardware. Beide Produktgruppen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr lediglich ein Minus von 2 bis 3 Prozent.
Multifunktionale Tintenstrahldrucker, die fast zwei Drittel des gesamten Druckermarktes repräsentieren, verloren lediglich 4 bis 5 Prozent und erreichten somit ein deutlich besseres Ergebnis als der Gesamtmarkt. Zudem verzeichneten die multifunktionalen Laserdrucker einen ermutigenden Anstieg von 5 Prozent. Dies ist vor allem dem enormen Zuwachs von knapp 30 Prozent bei den Farblaserdruckern zu verdanken. Vor allem die privaten Verbraucher, die fast 50 Prozent des Umsatzes ausmachen, sind für diese positive Entwicklung verantwortlich. Noch im vergangenen Jahr machten sie weniger als 20 Prozent des gesamten Druckermarktes aus; heute sind es bereits mehr als 30 Prozent. Dies ist das Signal, auf das die Industrie wahrscheinlich gewartet hat – und es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich diese Situation in den kommenden Monaten ändern wird.
Telekommunikation – Smartphones und Touchscreens im Aufwind
Der Telekommunikationsmarkt erreichte im dritten Quartal 2009 einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Rückgang um 9,3 Prozent. Frankreich stemmte sich mit plus 7,3 Prozent gegen den Trend, auch die Niederlande entwickelten sich weiterhin positiv, während alle anderen Länder Einbußen hinnehmen mussten.
Dagegen verzeichnen Smartphones weltweit bisher immer noch einen Anstieg um 120 Prozent. Immer mehr Geräte mit einem offenen Betriebssystem kommen auf den Markt. Viele dieser Produkte besitzen vorinstallierte Anwendungen für soziale Netzwerke, was vor allem junge Zielgruppen nutzen. Vor allem die Europäer fragen verstärkt Handys mit Touchscreen nach.In den letzten sechs Monaten besaßen 40 Prozent der neu auf den Markt eingeführten Geräte einen Touchscreen. Solche Produkte sind inzwischen in einer ziemlich breiten Preisspanne erhältlich. In Europa kosten etwa 20 Prozent der Handys weniger als 150 Euro, fast die Häfte jedoch sind erst jenseits der 200 Euro erhältlich. Eine andere Entwicklung ist die Verfügbarkeit von GPS. In der EU sind fast zwei Drittel aller Navigationgeräte Mobiltelefone. Das verbleibende Drittel sind mobile Navigationsgeräte. Wenn man betrachtet, wie sie genutzt werden, sind die zweckgebundenen Geräte klar führend. Um die Verwendung von telefonbasierter Navigation zu erhöhen, müssen die Marktteilnehmer die Preise transparenter machen und die Vorteile der Navigation für Fußgänger verdeutlichen. Eine leichte Erholung des Smart- und Mobilfunkmarktes wird ab dem zweiten Quartal 2010 erwartet.
Entwicklung der Sektoren und Ländern in Westeuropa immer noch unterschiedlich
Angeführt vom österreichischen und deutschen Markt erreichten mehr Sektoren positive Wachstumsraten als in der Vorperiode. Dies gilt auch für die Länder Belgien, Frankreich und Schweden. Der GfK TEMAX zeigt aber noch weitere Zeichen einer Erholung: Alle Sektoren weisen aktuell geringere Rückgänge auf als noch im zweiten Quartal und befinden sich auf dem richtigen Weg. Das gleiche gilt für den gesamten Markt für technische Konsumgüter in den meisten Ländern. Das dritte Quartal endete somit mit positiven Signalen.
Zur Studie
Der GfK TEMAX® ist ein vom Sektor Retail and Technology geschaffener Index zum Markt der Technischen Gebrauchsgüter. Der GfK TEMAX® wird international veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels der GfK Retail and Technology. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 200.000 Verkaufsstellen ein. Alle Berichte und Pressemitteilungen sind unter www.gfktemax.com abrufbar. Wenn Informationen aus dieser Pressemitteilung oder von www.gfktemax.com zitiert werden, bitten wir, explizit auf GfK TEMAX als Quelle zu verweisen.
Weitere Informationen
Dr. Michael Sauter, Tel. +49 911 395-2372, michael.sauter@gfk.com,
Ellen Pressler, Tel. +49 911 395-3482, ellen.pressler@gfk.com.
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