Die Aktie
Börsenjahr 2007 mit Licht und Schatten
Das Börsenjahr 2007 verlief sehr turbulent. Die positive Entwicklung an den Aktienmärkten setzte sich trotz vieler Schwankungen auf dem hohen Niveau des Vorjahres fort. Aktienindizes erreichten neue Rekordmarken. Überbewertungen führten mehrfach zu Kurskorrekturen.
Im internationalen Vergleich legten vor allem die Leitindizes der westlichen Staaten zu. Der amerikanische Dow-Jones-Index erreichte im Oktober mit 14.198 Punkten einen neuen Höchststand und schloss das Börsenjahr bei 13.393 Punkten mit plus 7 Prozent ab. Auch Nasdaq und S&P 500 gewannen im Jahresverlauf 10 Prozent beziehungsweise 4 Prozent dazu. Völlig losgelöst schien der deutsche Leitindex Dax: Mit 8.151 Punkten erreichte er im Juli ein neues Allzeithoch. Im Gesamtjahresverlauf stieg er um 22 Prozent. Der MDax stieg leicht um 5 Prozent und konnte das hohe Niveau des Vorjahres ausbauen. War der Nebenwerteindex SDax im Jahr 2006 noch Spitzenreiter bei den deutschen Indizes, ging es im abgelaufenen Berichtsjahr fast 7 Prozent nach unten. Der für die GfK relevante Index Dow Jones Euro Stoxx Media, in dem internationale Medien- und Marktforschungswerte gelistet sind, verlor im Jahresverlauf rund 5 Prozent.
Im Sommer 2007 ebbte die Welle der Börseneuphorie deutlich ab. Liquiditätsengpässe und Abschreibungen, bedingt durch die Subprime-Krise, sprangen auf die Aktienmärkte über und belasteten die Geschäftsentwicklung der Unternehmen. Weltweit sanken die Kurse rapid. Allein der Dax fiel innerhalb weniger Tage um mehr als 8 Prozent. Neben der Kreditkrise wirkten sich vor allem steigende Rohstoffpreise und die Schwäche des US-Dollar auf die Weltkonjunktur und die Kapitalmärkte aus. Der Ölpreis erreichte im November einen neuen Rekordwert von 99,29 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig kletterte der Euro auf die bisher höchste Marke von 1,49 US-Dollar. In den USA stieg der private Verbrauch, der etwa 70 Prozent aller Güter und Dienstleistungen absorbiert, bis zum Jahresende an. In Deutschland hingegen halbierte sich der von der GfK ermittelte Konsumklimaindex im Jahresverlauf von 8,5 auf 4,5 Punkte. Ein Grund für die negative Entwicklung war die zu Beginn des Jahres wirksame Mehrwertsteuererhöhung, die die Konsumneigung der Bundesbürger schlagartig dämpfte. Des Weiteren beeinflussten Inflationsängste als Reaktion auf gestiegene Verbraucherpreise sowie zunehmende Energiekosten ab dem Spätsommer die Kauflaune der Konsumenten.
Dieses Börsenumfeld hat sich in Deutschland deutlich auf die Aktionärsstruktur niedergeschlagen. Die Zahl der Aktienbesitzer ist im zweiten Halbjahr 2007 im Vergleich zum ersten Halbjahr von 4,3 auf 3,8 Millionen Anleger gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit 1996 (Deutsches Aktieninstitut).
GfK-Aktie im Spannungsfeld der Kapitalmärkte
Das Börsenjahr 2007 war für die GfK-Aktie schwierig. Sie konnte nicht an die gute Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. Mit minus 16 Prozent lag das
Wertpapier unterhalb der Wertentwicklung der Vergleichsindizes SDax und
Dow Jones Euro Stoxx Media.
Noch zu Jahresbeginn überzeugte die GfK-Aktie mit einer
kontinuierlichen Aufwärtsbewegung. Gleich am ersten Handelstag stieg
das Wertpapier um 4 Prozent. Bis Mitte Februar und noch vor
Veröffentlichung des Jahresabschlusses zum Geschäftsjahr 2006 legte der
Kurs weiter um über 16 Prozent auf 38,25 Euro zu. Die gute
Börsenstimmung schwenkte um,als die asiatischen Börsen mit
Kurskorrekturen international für Aufmerksamkeit sorgten. Der Kurs der
GfK-Aktie fiel bis auf 32 Euro.
Im zweiten Quartal bewegte sich die GfK-Aktie auf einem Niveau zwischen
34 und 38 Euro fast konstant nach oben. Das Wertpapier erreichte Mitte
Juli mit 39,58 Euro ein neues Sechsjahreshoch. Die Aktie lag bis dahin
mit 21 Prozent im Plus, gleichauf mit dem Dax mit plus 22 Prozent und
dem SDax mit plus 20 Prozent. Der Dow Jones Euro Stoxx Media schaffte
in dieser Zeit nur 4 Prozent Zuwachs.
Auf die Meldung Anfang August, dass die GfK ihr zweites Quartal unter
dem Wert des Vorjahres abschließen werde und die Jahresprognose leicht
nach unten anpasste, reagierte der Markt mit einer deutlichen
Kurskorrektur. Die Aktie ging bis auf die Marke von 32 Euro nach unten.
Kurz darauf bestimmte die Subprime-Krise das Geschehen an den
internationalen Aktienmärkten. Mehrfache Diskontsatzsenkungen konnten
das Börsengeschäft nur kurzfristig beleben. Die GfK-Aktie verlor weiter
an Boden. Mit 25,29 Euro erreichte das Wertpapier den niedrigsten Stand
des Jahres.
Mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum dritten Quartal
verbesserte sich der Kurs der GfK-Aktie auf 30 Euro. Die Bestätigung,
dass die GfK ihre seit dem Halbjahr angepassten Jahresziele erreichen
werde, überzeugte die Anleger.
Das Börsenjahr 2007 endete für die GfK mit einem Schlusskurs von 27,50
Euro (Vorjahr: 32,82 Euro). Für Aktionäre, die ihre Aktien im Rahmen
des Börsenganges 1999 erworben und seitdem gehalten haben, ergibt sich
per Ende 2007 ein Kursgewinn von 78 Prozent. Dies entspricht einer
jährlichen Verzinsung des eingesetzten Kapitals in Höhe von 8,7
Prozent. Im Vergleich hierzu hätte eine alternative Geldanlage in
festverzinsliche Wertpapiere wie Bundesanleihen im selben Zeitraum eine
Rendite von durchschnittlich 4,3 Prozent pro Jahr erwirtschaftet.
Tagesumsatz an Börsen verdoppelt
Die GfK-Aktie ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse und
im SDax gelistet. Im Berichtsjahr 2007 erreichte die GfK eine
Börsenkapitalisierung von 986,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.165,2
Millionen Euro) und belegte in der Rangliste der Deutschen Börse Platz
13 (Vorjahr: Platz 7) unter den SDax-Unternehmen. Erfreulich
entwickelte sich der durchschnittliche Börsenumsatz pro Tag. Er
verdoppelte sich auf über 48.000 Stück (Vorjahr: 24.000 Stück).
Zum Jahresende erreichte die GfK-Aktie in der Börsenumsatz-Rangliste im SDax Platz 26 (Vorjahr: Platz 31).
Hauptversammlung beschließt genehmigtes Kapital
Auf der Hauptversammlung in Nürnberg am 23. Mai 2007 stimmten die Aktionäre der GfK AG mit mindestens 86 Prozent den von Aufsichtsrat und Vorstand
vorgeschlagenen Beschlüssen zu. Die rund 400 Aktionäre und
Aktionärsvertreter repräsentierten über 80 Prozent aller Aktien.
Die Hauptversammlung hat die Gesellschaft ermächtigt, das Grundkapital
der Gesellschaft bis zum 22. Mai 2012 durch Ausgabe neuer Stückaktien
gegen Bar- oder Sacheinlage um insgesamt bis zu 55,0 Millionen Euro zu
erhöhen. Zusätzlich wurde eine Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel-
und/oder Optionsschuldverschreibungen beschlossen, die der Gesellschaft
die nötige Flexibilität bei der Kapitalbeschaffung geben soll. Die
Ermächtigung läuft bis zum 22. Mai 2012 über einen Betrag von bis zu
250,0 Millionen Euro. Das bestehende Aktienrückkaufprogramm wurde
verlängert.
Dividendenvorschlag: 25 Prozent mehr als im Vorjahr
Vorstand und Aufsichtsrat der GfK ag werden der Hauptversammlung am 21. Mai 2008 eine Dividende in Höhe von 0,45 Euro je Aktie vorschlagen. Im Vergleich
zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 25,0 Prozent. Die
Gesamtsumme der Ausschüttung stieg um 25,8 Prozent von 12,8 Millionen
Euro auf 16,1 Millionen Euro. Die Gesellschaft setzt damit die Richtung
fort, die Aktionäre mit Dividendenerhöhungen am wachsenden
Unternehmenserfolg zu beteiligen. Sie verfolgt das Ziel, eine
Ausschüttungsquote von ungefähr 20 Prozent bezogen auf den
Jahresüberschuss des Konzerns zu erreichen. Hierbei werden
Sondereffekte nicht berücksichtigt. Seit dem Börsengang im Jahr 1999
hat die GfK in jedem Jahr die Dividende erhöht. In dieser Zeit stieg
die Ausschüttung je Aktie um 246 Prozent.
Aktionärsstruktur unverändert
Die Aktionärsstruktur der GfK AG hat eine ausgewogene und
internationale Basis. Größter Einzelaktionär ist unverändert der
GfK-Nürnberg e.V. mit einem Anteil von 56,8 Prozent. Der Anteil der
frei handelbaren Wertpapiere liegt bei 43,2 Prozent. Vorstand und
Aufsichtsrat halten wie im Vorjahr 1,1 Prozent. Die Verteilung
zwischen institutionellen Investoren und Privatinvestoren hat sich im
Jahresvergleich nicht verändert. Ende Februar 2008 lagen die Anteile
der institutionellen Investoren bei 28,2 Prozent (Vorjahr: 28,2
Prozent) und der Privatinvestoren bei 13,9 Prozent (Vorjahr: 13,4
Prozent).

Bei der Verteilung auf Länderebene überwiegen weiterhin institutionelle Investoren aus den USA und Großbritannien. Ende Februar 2008 hielten US-amerikanische
Fondsgesellschaften mit 13,0 Prozent (Vorjahr: 10,3 Prozent) und
britische Fondsgesellschaften mit 8,1 Prozent (Vorjahr: 7,2 Prozent)
drei Viertel der frei handelbaren Wertpapiere im institutionellen
Bereich. Der Anteil der Investoren in Frankreich verringerte sich im
Vergleichszeitraum von 4,3 auf 3,7 Prozent, in Deutschland von 3,6 auf
1,9 Prozent.
Analysteninteresse weiterhin groß
Die Empfehlungen von Finanzanalysten dienen sowohl für institutionelle
Investoren als auch für Privatanleger als wichtige
Entscheidungsgrundlage. Die Anzahl namhafter Banken, die die GfK-Aktie
bewerten, lag Ende Februar 2008 bei insgesamt 13. Laut einer aktuellen
Umfrage des DIRK Deutscher Investor Relations Verband e.V. liegt die
durchschnittliche Bewertung von SDax-Unternehmen bei neun Analysten.
Die GfK-Aktie wird somit im Umfeld der Small-Caps-Unternehmen von überdurchschnittlich vielen Banken bewertet. Insgesamt gibt es neun
Empfehlungen für „Kaufen“ und vier Empfehlungen für „Halten“.
Roadshows und Einzelgespräche nochmals deutlich erhöht
Der offene und direkte Dialog mit institutionellen und privaten
Investoren, Analysten und Wirtschaftsjournalisten ist von
entscheidender Bedeutung, um das Geschäftsmodell der GfK präzise und
professionell zu vermitteln. Er ist die Basis für Vertrauen und
Nachhaltigkeit. Im Jahr 2007 hat die GfK ihre Kommunikation vor allem
bei individuellen Einzelgesprächen (+60 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr) weiter intensiviert. Die Steigerung dokumentiert die
Attraktivität der Aktie. Neben Bilanzpressekonferenz und
Hauptversammlung präsentierte sich das Unternehmen
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auf 12 internationalen Investorenkonferenzen,
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bei einer DVFA-Analystenkonferenz,
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auf zehn Roadshows in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und den USA,
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bei zwei Gesprächen mit Bankenvertretern (Salesbriefings),
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bei sechs Telefonkonferenzen
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sowie bei 280 Einzelgesprächen, so genannten One-on-One-Meetings, mit Fonds- und Sales-Managern.
Kommunikationsarbeit ausgezeichnet
Die Visualisierung des Unternehmens, aber auch das persönliche Gespräch sind essentiell beim Außenauftritt. Im Jahr 2007 wurde die GfK für ihre Kommunikationsarbeit mehrfach ausgezeichnet.
Beim alljährlich von der Fachzeitschrift manager magazin veranstalteten Wettbewerb „Die besten Geschäftsberichte“ schaffte es der GfK-Geschäftsbericht im Prüfsegment „Gestaltung“ über alle Indizes hinweg auf den 1. Platz (Vorjahr: 3. Platz). Neben Gesamteindruck und Layout wurden Typografie, Bildsprache, Informationsgrafik, Farben sowie Herstellung und Verarbeitung begutachtet. Innerhalb der im SDax gelisteten Unternehmen konnte sich die GfK auf dem 2. Platz des Vorjahres behaupten. In der Gesamtrangliste belegte sie den 9. Platz (Vorjahr: 8. Platz). Insgesamt bewertete die Jury 128 eingereichte Geschäftsberichte in den Kategorien Inhalt, Gestaltung, Sprache und Berichtseffizienz.
Auch die IR-Arbeit wurde im Jahr 2007 sehr positiv wahrgenommen. Beim „Capital-Investor-Relations-Preis“ erreichte die GfK mit 422,4 von 500 möglichen Punkten den 3. Platz innerhalb der Unternehmen im SDax. Damit ist ihr gegenüber dem Vorjahr ein Sprung um sieben Plätze nach vorn gelungen. Positiv wertete die Jury die glaubwürdige und aktive Kapitalmarktkommunikation, die aktuelle und konsistente Berichterstattung und die überzeugenden Angaben zur Corporate Governance. Seit 1997 initiieren das Wirtschaftsmagazin Capital und die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management DVFA den Wettbewerb um die beste Investor-Relations-Arbeit von etwa 200 Unternehmen aus den wichtigsten Aktienindizes in Deutschland. Im Jahr 2007 erfolgte die Bewertung von mehr als 400 Analysten und Fondsmanagern.