GfK Gruppe: www.gfk.com
Als die Nummer vier der Marktforschungsinstitute weltweit wird die GfK auch in Zukunft aktiv ihre Chancen nutzen, um ihre Position auf dem Markt auszubauen. Doch sind mit Chancen auch Risiken verbunden. Die frühzeitige Identifikation, Bewertung und ein professionelles Management von Risiken versetzt die GfK in die Lage, die sich bietenden Möglichkeiten in unternehmerisch verantwortlicher Weise zu ergreifen.
Das Risikomanagement der GfK Gruppe wird ständig weiterentwickelt. Wie in den Jahren zuvor bestätigten der Konzernabschlussprüfer und die interne Revision auch im Jahr 2006 die Funktionsfähigkeit des Systems.
Grundlagen des Risikomanagements: integriertes System
RISIKOPOLITISCHE GRUNDSÄTZE:
Basis des bewussten Umgangs mit Risiken sind in der GfK Gruppe die sogenannten risikopolitischen Grundsätze, denen das Risikomanagementsystem in allen Bereichen entsprechen muss. Die wichtigsten Grundsätze lauten:
Nur bekannte Risiken lassen sich steuern.
Die Risikoidentifikation gehört wegen der sich ständig ändernden Verhältnisse und Anforderungen zu den kontinuierlich anfallenden Aufgaben, die fest in die täglichen Arbeitsabläufe integriert sind. Dabei fungiert das Risikomanagement als Frühwarnsystem, um rechtzeitig mögliche Schäden für die Geschäftsentwicklung durch entsprechende Maßnahmen abwenden zu können. Die flachen Organisationsstrukturen in der GfK sowie die offene Kommunikationskultur erhöhen zusätzlich die Transparenz und erleichtern die Identifikation und Steuerung potenzieller Risiken.
Risiken werden systematisch bewertet.
Nicht alle Risiken sind gleich wichtig. Um eine effiziente Risikobewältigung zu gewährleisten, müssen die erkannten Risiken in Bezug auf Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit systematisch bewertet werden. Die Schadenshöhe bemisst sich dabei an dem geschätzten negativen Einfluss auf das Ergebnis der kommenden zwei Jahre. Ziel der Risikobewertung ist es herauszufinden, welche Risiken den Unternehmenserfolg wesentlich gefährden können. Hierzu legte die GfK einheitlich für alle Geschäftsfelder quantitative und qualitative Schwellenwerte fest. Neben der Wesentlichkeit eines Risikos existiert als weitere Bewertungskategorie die der Bestandsgefährdung. Durch die Vorgabe von Schwellenwerten wird definiert, ab wann ein solches Risiko für die GfK Gruppe vorliegt.
Risikomanagement ist Pflicht für jeden.
Jeder Mitarbeiter hat die Pflicht, mögliche Schäden vom Unternehmen abzuwenden. Voraussetzung ist – über die grundlegende Kenntnis des Risikomanagementsystems hinaus – ein hohes Risikobewusstsein der Mitarbeiter. Die GfK setzt gezielt Informationsmaterial und Workshops ein, um das Risikobewusstsein der Beschäftigten zu erhöhen.
VERANTWORTLICHKEITEN UND FUNKTIONEN:
Aufgrund der dezent ralen Konzernstruktur liegt die direkte Verantwortung der Früherkennung, Steuerung und Kommunikation von Risiken vor Ort beim operativen Management der einzelnen GfK- Unternehmen. Dort sorgen sogenannte Risikomanagement- Koordinatoren dafür, die zentralen Vorgaben in der jeweiligen Organisation konkret umzusetzen und das Risikobewusstsein zu fördern.
Im Rahmen seiner Gesamtverantwortung für das Risikomanagementsystem hat der Vorstand ein Risikomanagementkomitee berufen, das konzernweit geltende Regeln für ein effizientes und funktionsfähiges Risikomanagement ausbauen und fortlaufend aktualisieren soll. Es ist nicht nur für die Konzeption und kontinuierliche methodische Weiterentwicklung des Systems verantwortlich, sondern auch dafür, dessen Funktionsfähigkeit sicher zustellen. Zu seinen zentralen Aufgaben gehört es darüber hinaus, die für die GfK Gruppe relevanten Risiken zu identifizieren.
PROZESSE:
Um die Risiken vollständig und umfassend zu erfassen, nutzt die GfK Gruppe einen integrierten Risikomanagementansatz. Dieser sieht vor, strategische und operative Risiken auf der Ebene der Gesellschaften, der Regionen und Geschäftsfelder sowie auf Konzernebene zu identifizieren und zu managen.
Den Kern dieses Systems bildet die jährliche Risikoinventur, in der die Verantwortlichen über die Entwicklung im Vorjahr bekannter Risiken und über neu aufgetretene Risiken informieren. Mittels einer Checkliste, die alle relevanten Beobachtungsbereiche beinhaltet, werden Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe bewertet, um dann konkrete Maßnahmenpläne zur Risikobehandlung festzulegen. Treten während des Jahres neue Risiken auf oder verändert sich die Risikolage nennenswert, stellt eine Ad-hoc- Berichterstattung sicher, dass der Vorstand umgehend informiert wird.
Mit einem standardisierten Berichtswesen, das konzernweit nach einheitlichen Vorgaben aufgebaut ist, wird darüber hinaus sichergestellt, dass wirtschaftliche Risiken der laufenden und zukünftigen Geschäftsentwicklung überwacht werden. Auf der Grundlage der Geschäftsdaten der Unternehmenseinheiten erstellt das Group Controlling monatlich interne Berichte, die frühzeitig über mögliche Risiken im Geschäftsverlauf informieren. Darüber hinaus liefern auch unterjährige Prognosen und Budgets im Jahresverlauf wichtige Hinweise auf eventuell drohende Geschäftsrisiken.
Ein fortlaufend weiterentwickeltes Richtlinienwerk, das auch alle Genehmigungsverfahren und Handlungsvollmachten verbindlich festlegt, ist Teil der internen Kontrollstandards.
DOKUMENTATION UND ÜBERWACHUNG:
Alle Prinzipien, Funktionen und Prozesse des Risikomanagementsystems der GfK Gruppe sind in einem konzernweit geltenden Handbuch dokumentiert, auf das jeder Mitarbeiter über das Intranet Zugriff hat.
In regelmäßigen Abständen überprüft die interne Revision Konzeption und Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Des Weiteren ist das Risikomanagement Gegenstand aller Prüfungen in den Tochterunternehmen. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen und die Hinweise der Abschlussprüfer dienen wiederum dazu, das Risikofrüherkennungssystem weiter zu verbessern.
Bewertung der Risikosituation: Einzelrisiken
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN:
Für das Geschäftsjahr 2007 rechnet die GfK mit zusätzlichen positiven Impulsen aus einem anhaltend positiven Wirtschaftswachstum.
Wesentliche Risiken aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die zu nennenswerten Auftragseinbußen oder Umsatzrückgängen auf Konzernebene führen könnten, sieht die GfK derzeit nicht.
Aufgrund des sehr breiten Kundenportfolios der GfK sind Forderungsausfälle von untergeordneter Bedeutung. Sie haben die Liquiditätslage des Konzerns nicht beeinträchtigt.
BRANCHENRISIKEN:
In den letzten Jahrzehnten war die Marktforschungsbranche im Vergleich zu anderen Segmenten der Marketing- und Werbebranche weniger anfällig gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Zudem ist die GfK Gruppe mit ihrem Netzwerk als Full-Service-Dienstleister mit einem breiten Angebot an Studien und Analysen in der Lage, regionale und branchenbedingte Schwankungen auszugleichen.
Die im Folgenden aufgeführten Risiken für einzelne Geschäftsfelder bedeuten daher nicht, dass die Geschäftsentwicklung der GfK Gruppe durch diese wesentlich gefährdet ist.
Das Marktforschungssegment, in dem das Geschäftsfeld CUSTOM RESEARCH seine Services anbietet, zeichnet sich dadurch aus, dass es neben den großen, international tätigen auch viele kleinere, lokale Anbieter gibt. Die Markteintrittsbarrieren sind wegen der im Vergleich zur kontinuierlichen Forschung geringeren Investitionen deutlich niedriger. Konjunkturelle Entwicklungen wirken sich in diesem Segment auf die Auftragslage am schnellsten aus. Dieser Risikolage begegnet die GfK unter anderem mit ihrem Angebot an qualitativ hochwertigen, modernen Produkten und Methoden. So wird beispielsweise mit der Entwicklung von Online-Plattformen die Datenlieferung von Kunden via Internet möglich werden. Darüber hinaus werden Kostensenkungspotenziale konsequent genutzt.
Mit dem Aufbau eines weltweiten Key Account Managements soll den Bedürfnissen global agierender Großkunden verstärkt entsprochen werden. Zudem wird auch weiterhin konsequent der Ausbau des Netzwerks vorangetrieben, um durch weltweite Daten neue Märkte und Kundengruppen erschließen zu können. Die Akquisition der Unternehmen der NOP World und deren erfolgreiche Integration in die GfK Gruppe waren dabei ein ganz wesentlicher Meilenstein.
Die hervorragende Marktstellung des Geschäftsfelds RETAIL AND TECHNOLOGY in den Ländern, in denen es heute mit eigenen Unternehmen vertreten ist, trägt erheblich zum Gesamterfolg der GfK Gruppe bei. Die GfK ist der führende Anbieter von Informationen zu Märkten elektronischer und technischer Konsumgüter weltweit. Ihre Stärke liegt nicht nur in dem hohen Maß an Marktwissen, sondern auch in der Kompetenz des lokalen Managements und der Nutzung modernster Instrumente, um den global agierenden Kunden aktuellste Services zu bieten. Die konsequente Expansion in die wirtschaftlich interessanten Länder aller Regionen dieser Welt und die systematische Ausweitung des Dienstleistungsangebots sind die strategischen Eckpfeiler, auf denen das Geschäftsfeld Retail and Technology seine Marktposition weiter ausbaut. So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise weitere Investitionen in den Ausbau des Netzwerks in Lateinamerika, Afrika, im Mittleren Osten und Osteuropa getätigt. Auch die weltweite Nutzung des Analyse- und Produktionssystems StarTrack war eine bedeutende Maßnahme zur Festigung der Marktposition.
Das Geschäftsfeld CONSUMER TRACKING ist nach wie vor geprägt von einem intensiven Wettbewerb auf den europäischen Märkten. In diesem schwierigen Marktumfeld behauptet sich die GfK jedoch weiterhin erfolgreich. Wurde im Vorjahr der Geschäftsverlauf noch durch die notwendige Neuausrichtung der Handelspanelforschung in der Schweiz belastet, so leistete in diesem Jahr dieses Einzel handelspanel, nachdem es auf eine neue Vertragsgrundlage gestellt wurde, einen positiven Beitrag zur Entwicklung des Geschäftsfelds.
35 Prozent des Umsatzes waren im vergangenen Jahr im Geschäftsfeld MEDIA auf langfristige Aufträge aus dem Bereich der kontinuierlichen Fernseh- und Radioreichweitenforschung mit festen Auftragsvolumina zurückzuführen. Die damit verbundene Abhängigkeit von Großkunden stellt ein wesentliches Risiko dar, dem die GfK aber seit Jahren erfolgreich durch eine intensive Zusammenarbeit und Kundenbetreuung begegnet. Alle Mediengroßaufträge konnten verlängert werden. In Deutschland wurde darüber hinaus ein mehrjähriger Zusatzauftrag zur digitalen Messung des Fernsehzuschauerverhaltens gewonnen. Zudem wird durch neue Technologien, wie die derzeitige Entwicklung einer international einsetzbaren Produktionsplattform zur Fernseh- und Radioforschung, der Erfolg von morgen gesichert. Auch zeigt sich das Geschäftsfeld MEDIA durch die Akquisition der Mediamark Research im Printbereich auf dem amerikanischen Markt gestärkt.
Aufgrund des relativ stark von gesetzlichen Regelungen beeinflussten Marktumfelds weist das Geschäftsfeld HEALTHCARE eine spezielle Risikosituation auf, die aber durchaus auch Chancen bietet. Gestiegenen Anforderungen seitens der Kunden begegnet die GfK mit der Etablierung spezieller Berichtssysteme und der gezielten Schulung ihrer Mitarbeiter. Die umfassende internationale Präsenz ist ein weiterer Faktor, der insbesondere für die Topkunden – internationale Pharmakonzerne – von entscheidender Bedeutung ist.
Für alle Geschäftsfelder ist relevant, dass sich der Kreis der Kunden aufgrund von Fusionen und Firmenübernahmen in speziellen Branchen zunehmend konzentriert. Damit entstehen immer mehr Großunternehmen, um deren Marketingbudgets ein anhaltend harter Wettbewerb besteht. Die GfK positioniert sich in diesem Umfeld mit hohen Qualitätsstandards und innovativen, differenzierten Technologien und Methoden. Darüber hinaus wird neben einem Key Account Management und individuellen Kundenbindungsprogrammen auf verstärkte Neukundengewinnung gesetzt.
Die Abhängigkeit der GfK von Großkunden insgesamt ist allerdings als gering zu erachten. Der Anteil der TOP 10 -Kunden am Konzern umsatz reduzierte sich im Jahr 2006 weiter auf 11 Prozent nach 12 Prozent im Vorjahr.
Zudem gibt es kein Geschäftsfeld, in dem mehr als 10 Prozent des Gruppenumsatzes mit nur einem Kunden generiert werden. Somit sind Risiken aus dem operativen Geschäft ebenfalls nur begrenzt vorhanden. Aufgrund der internationalen Präsenz der GfK Gruppe stellt die Gefahr regionaler Abhängigkeiten kein wesentliches Risiko dar.
RISIKEN AUS DEM BETRIEBLICHEN AUFGABENBEREICH:
Weiterhin versuchen Wettbewerber in einigen Gebieten Kunden mit Dumpingpreisen für sich zu gewinnen. Seitens der Kunden herrscht zwar eine große Preissensibilität, jedoch werden zugleich maßgeschneiderte, integrierte Informationslösungen in Verbindung mit hochwertigen, individuellen Beratungsleistungen gefordert. Diesen Bedürfnissen versucht die GfK durch ihr strategisch verankertes "Fact-based Consultancy" in allen Geschäftsfeldern und Unternehmen Rechnung zu tragen. Die insgesamt gute Wettbewerbsfähigkeit sichert die kontinuierliche Optimierung von Prozessen, die Nutzung von Kostensenkungspotenzialen und eine hohe Innovationskraft.
Die Entwicklung größerer, kostenintensiver Innovationsprojekte überwacht die GfK mittels eines regelmäßigen Berichterstattungssystems. Wesentliche Risiken aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind derzeit nicht zu erkennen.
PERSONELLE RISIKEN:
Trotz der anhaltend positiven konjunkturellen Entwicklungen stieg die Mitarbeiterfluktuation in der GfK nur leicht an. Für den Erfolg der GfK sind Qualifikation, Motivation, Leistungsfähigkeit und Loyalität der Mitarbeiter ganz wesentlich. Um Fach- und Führungskräfte zu gewinnen, zu integrieren und dauerhaft zu binden, bietet die GfK ein differenziertes Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot an und arbeitet fortlaufend an der Optimierung ihrer Personalkonzepte. Hierzu dienen auch in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführte Mitarbeiterbefragungen.
RISIKEN AUS DER FINANZIERUNG:
Die GfK AG hat die im Rahmen der Akquisition der NOP World abgeschlossene syndizierte Kreditfazilität im Oktober 2006 zu verbesserten Konditionen refinanziert. Das Volumen umfasst Darlehen über 180 Millionen Euro und 170 Millionen US -Dollar mit einer Laufzeit bis April 2010 sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 250 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis Oktober 2011 . Die syndizierte Kreditfazilität hat die GfK zum Stichtag mit circa 78 Prozent ausgeschöpft. Zusätzlich stehen der GfK AG bilaterale Kreditlinien in Höhe von rund 61 Millionen Euro zur Verfügung, von denen zum Jahresende lediglich knapp 4 Prozent beansprucht waren.
Die genannten Finanzierungselemente sowie ein Zahlungsmittelbestand von rund 50 Millionen Euro stellen die Finanzierung des Konzerns sicher.
FREMDWÄHRUNGSRISIKO:
Als global agierendes Unternehmen ist die GfK Gruppe sowohl transaktions- als auch translationsbezogenen Risiken ausgesetzt.
Das Transaktionsrisiko entsteht aus dem Absatz und dem Erwerb von Gütern und Dienstleistungen, die nicht in der Heimatwährung der jeweiligen Geschäftseinheit abgerechnet werden. Aufgrund der Tatsache, dass bei allen operativ tätigen GfK-Unternehmen den Heimatwährungsumsätzen auch weitestgehend Ausgaben in dersel ben Währung gegenüberstehen, ist das operative Fremdwährungsrisiko in der GfK Gruppe begrenzt. Eine konzerninterne Richtlinie sieht zudem vor, dass alle GfK-Einheiten ihre Fremdwährungsrisiken überwachen und Projekte in Fremdwährung von einer bestimmten Größenordnung an sichern. Die GfK realisiert die konzerninterne Finanzierung in der Regel in der Heimatwährung der Tochtergesell schaft. Die daraus entstehenden Währungsrisiken werden durch das Konzerntreasury mithilfe von Derivaten gesichert. Die Laufzeit der Sicherungsgeschäfte beträgt in der Regel höchstens 12 Monate. Die sich kompensierenden Effekte des Grundgeschäfts und der Währungssicherung werden ergebniswirksam verbucht und damit in der Gewinn- und Verlustrechnung erkennbar.
Die zum Stichtag 31. Dezember 2006 bestehenden Währungssicherungskontrakte weisen einen positiven beizulegenden Zeitwert von 0,3 Millionen Euro aus.
Das Translationsrisiko ergibt sich daraus, dass es viele GfK-Gesell schaften außerhalb des Euro-Währungsraums gibt, während die GfK in Euro bilanziert. Im Konzernabschluss müssen deshalb Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen der Unternehmen außerhalb des Euroraums in Euro umgerechnet werden. Die translationsbezogenen Effekte aus Veränderungen der Fremdwährungskurse werden in der Eigenkapitalposition des GfK-Konzernabschlusses ausgewiesen. Da die Beteiligungen allgemein langfristiger Natur sind, verzichtet die GfK auf die direkte Absicherung der Nettovermögenspositionen. Vielmehr versucht sie, Beteiligungen durch sogenannte Natural Hedges abzusichern. Dies erfolgt mittels Finanzierung in der Währung der jeweiligen Gesellschaft, sodass Fremdwährungsschwankungen minimiert werden. Um in der Gewinn- und Verlustrechnung die Volatilität aus der Stichtags bewertung der Fremdwährungsverbindlichkeiten zu minimieren, wendet die GfK für diese langfristigen Finanzierungen Hedge Accounting nach IFRS gemäß IAS 39 an. Entsprechend werden Bewertungseffekte in der Eigenkapitalposition ausgewiesen.
ZINSRISIKO:
Zinsrisiken entstehen in der GfK hauptsächlich bei Finanzverbindlichkeiten. Die GfK hat das positive Zinsumfeld bereits im Jahr 2005 genutzt, um Zinsen langfristig abzusichern und die Finanzierung sicher kalkulieren zu können. Aus diesem Grund hat die GfK AG zum Stichtag den Großteil ihrer Finanzverbindlichkeiten durch Zinsswaps gesichert, die damit wie ein Festzinskredit in der Gewinn- und Verlustrechnung wirken.
Zum Stichtag 31. Dezember 2006 wiesen die Zinssicherungskontrakte einen positiven Marktwert von 11,6 Millionen Euro auf. Das Ausfall risiko in Zusammenhang mit den positiven beizulegenden Zeitwerten aller Derivate wird als gering eingeschätzt, da Geschäfte nur mit namhaften in- und ausländischen Banken erster Bonität abgeschlossen werden. Ferner reduziert sich das Ausfallrisiko durch Verteilung der Geschäfte auf mehrere Banken.
RECHTLICHE RISIKEN:
In zahlreichen Ländern wird weiterhin die Scheinselbstständigkeit diskutiert. Dies birgt die Gefahr, dass in der GfK beschäftigte Interviewer und sonstige Freiberufler sozialversicherungspflichtig werden. Zur Vermeidung zusätzlicher Kosten passt die GfK die Beschäftigungsverhältnisse so weit wie möglich an die jeweiligen Landesgesetzgebungen an.
Die GfK ist in verschiedenen Ländern an zivilrechtlichen Verfahren beteiligt, die auf unterschiedlichen Rechtsgründen basieren. Diese stellen aus Sicht des Managements keine wesentlichen Risiken für die GfK Gruppe dar.
Wesentliche erkennbare Risiken aus Schadenersatzforderungen oder aus oben genannten Prozessen sind bereits passiviert. Dies gilt auch für einen im Anhang erläuterten Rechtsstreit aus der Übernahme der NOP World.
RISIKEN AUS AKQUISITIONEN:
Der Erwerb neuer Gesellschaften sowie deren Integration in den Konzernverbund ist stets mit Risiken verbunden. Diesen versucht die GfK durch umfangreiche Prüfungen im Vorfeld sowie durch Maßnahmen, die den Prozess der Akquisition unterstützen, Rechnung zu tragen.
Im Rahmen eines Excellence-Programms wurde zudem ein maßgeschneidertes Konzept entwickelt, das die Bedürfnisse des Unternehmens bei der Integration neu erworbener Unternehmen optimal abdeckt. Die Beteiligung von Kollegen aus dem weltweiten GfK-Netzwerk stellt sicher, dass sämtlichen Anforderungen aus opera tiver und kommunikativer Sicht entsprochen wird.
Mit der erfolgreichen Integration der NOP World – der bislang größten Akquisition in der GfK-Firmengeschichte – hat sich das konzeptionelle Vorgehen der GfK bei Firmenkäufen bewährt. Die Aktivitäten der GfK und der ehemaligen Unternehmen der NOP World wurden gebündelt, die internen Reporting- Standards vereinheitlicht und Unternehmensstrukturen angepasst.
RISIKEN AUS DER INFORMATIONSTECHNOLOGIE UND SONSTIGE RISIKEN:
Einrichtung, Erhalt und Weiterentwicklung von Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Informationssysteme und der in ihnen gespeicherten Daten sind für ein Marktforschungsunternehmen wie die GfK, dessen Dienstleistungen Informationen zu Märkten, Verbrauchern und Marken beinhalten, unerlässlich. Seit jeher werden daher Vorkehrungen von höchster Priorität getroffen, die der Sicherheit von Informationstechnologie und ihrer Anwendungen dienen.
In den Jahren 2002 bis 2004 hatte die GfK zusätzliche, extern unterstützte Sicherheitschecks am Stammsitz in Nürnberg durchgeführt. Im Jahr 2006 startete die daraus abgeleitete weltweite Implementierung konzernweit verbindlicher IT -Sicherheitsstandards sowie der auf dem "British Standard 7799 " beruhenden IT -Security- Policy. Diese soll voraussichtlich im Jahr 2007 abgeschlossen sein. Alle oben angesprochenen Maßnahmen sowie die konzernweite IT- Strategie und die konzernweiten IT -Sicherheitskonzepte koordiniert der Chief Information Officer (CIO) . Dieses geschieht in Zusammenarbeit mit den IT -Security-Spezialisten der Zentrale in Nürnberg und den IT- und Security- Verantwortlichen in den GfK- Gesellschaften im In- und Ausland.
Im Rahmen eines Desaster- Recovery- Plans überprüft die GfK fortlaufend die über den IT- Bereich hinausgehenden sonstigen Risiken.
Essenzielle Risiken aus Schadensfällen und Haftungsfragen sind entweder durch lokale oder durch konzernweit geltende sogenannte Umbrella- Versicherungen abgesichert.
Wesentliche IT- Risiken beziehungsweise sonstige Risiken sind derzeit in der GfK Gruppe nicht erkennbar.
Bewertung der Risikosituation: Gesamtrisiko
Eine gesamtheitliche Bewertung der Risikoposition der GfK ergibt, dass die Risiken begrenzt und überschaubar sind und keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der GfK Gruppe haben. Eine nachhaltige Gefährdung der Geschäftsentwicklung aufgrund von Einzelrisiken, der Wechselwirkung oder der Kumulation von Risiken ist derzeit nicht zu erwarten.
Mit der gelungenen Integration der ehemaligen NOP World- Unternehmen in die GfK Gruppe wurde eine große Herausforderung erfolgreich bewältigt und in das Tagesgeschäft überführt.
Im Vergleich zum Vorjahr ist somit die Risikosituation aus der Großakquisition niedriger zu bewerten.