Gesamtwirtschaft: robuster Wachstumskurs

Im Vergleich zum Vorjahr hat der Aufschwung der Weltwirtschaft im Jahr 2006 weiter an Breite gewonnen. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt konnte von 4,6 Prozent auf 4,7 Prozent zulegen. Die Abkühlung der konjunkturellen Dynamik in den USA fiel trotz der festeren Geldpolitik geringer aus als erwartet. Die Befürchtungen, dass das weiter wachsende Zahlungsbilanzdefizit der USA und die Schwäche des Immobiliensektors einen deutlicheren Effekt auf das US-Wirtschaftswachstum ausüben würden, haben sich nicht bestätigt. In Südostasien und insbesondere in China war eine wiederum sehr kräftige Konjunktur zu beobachten, stabilisiert durch die zunehmend straffere Geldpolitik der Tigerstaaten. Der Aufschwung in der EU setzte im Vergleich dazu etwas später ein und bewegte sich nach unerwartet starkem Zuwachs auf einem stabilen Niveau. Mit 2,8 Prozent Zuwachs war die Wachstumsrate höher, als die Prognosen am Jahresanfang dies hatten erwarten lassen.

 
Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in den für die GfK wesentlichen
Regionen und Ländern

 

In den für das GfK-Geschäft maßgebenden Regionen und Ländern haben sich die Volkswirtschaften wie folgt entwickelt:

DEUTSCHLAND überraschte 2006 mit einer bemerkenswerten Trendwende. Das Wirtschaftswachstum markierte mit 2,7 Prozent (kalenderbereinigt) den nach im Jahr 2000 höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Damit einher ging ein Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Wachstumsimpulse kamen sowohl aus dem eigenen Land als auch aus dem Ausland. Im Inland konnte aufgrund der für 2007 eingeführten Umsatzsteuererhöhung und der Fußballweltmeisterschaft eine Sonderkonjunktur verzeichnet werden.

Das belegen auch die Ergebnisse der monatlich durchgeführten GfK-Konsumklimastudie. Das gesamte vierte Quartal 2006 hindurch zeigten die Indikatorenwerte die höchsten Werte der Anschaffungsneigung seit November 2001 an.

 
Konsumklima in Deutschland: deutliche Aufhellung

 

  • In den Ländern der EUROPÄISCHEN UNION zog das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Sog der überraschend gut erholten deutschen Wirtschaft massiv an. Das Bruttoinlandsprodukt in der EU konnte 2006 um stattliche 2,8 Prozent zulegen.

    Generell bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Mitgliedsländern der Europäischen Union sehr robust. Die konjunkturelle Dynamik legt aufgrund der steigenden Auslandsnachfrage weiter zu. 

  • In den USA hat sich, bedingt durch das zunehmende Ungleichge wicht in der Handelsbilanz, das Tempo des Wirtschaftswachstums weiterhin verlangsamt. Einer der Gründe hierfür ist der deutliche Rückgang des Immobilienbooms, dem langjährigen Motor der US-Konjunktur. Das Wachstum betrug nach 3,6 Prozent im Jahr 2005 im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,3 Prozent und wird im Jahr 2007 Prognosen zufolge mit Werten zwischen 2,5 und 3,2 Prozent die von den Wirtschaftsexperten erhoffte „weiche Landung“ schaffen.

  • In LATEINAMERIKA hat sich das Wirtschaftswachstum nach einem über fünf Jahre kumulierten Wachstum von 23 Prozent ebenfalls leicht abgeschwächt. Die konjunkturellen Signale weisen aber auf ein Anhalten der guten wirtschaftlichen Entwicklung hin.

  • Die asiatischen Länder waren auch im Jahr 2006 Motor der Weltwirtschaft. JAPAN ist seit seiner konjunkturellen Erholung im Jahr 2004 auf einem stabilen Wachstumskurs. Dank der guten Entwicklung in praktisch allen Anrainerstaaten konnten die Exporte wie schon im Vorjahr weiter zulegen.

    In den Volkswirtschaften der bevölkerungsstärksten Länder der Erde, CHINA und INDIEN, verstärkte sich wie schon im Jahr 2005 auch im Jahr 2006 entgegen mancher warnenden Stimmen die von Überhitzung der Märkte sprachen, der Boom weiter. Durch Statistiken ist das Phänomen China nur unzureichend zu dokumentieren. China war 2006 nicht nur die zweitgrößte Exportnation der Welt und hat damit die USA von diesem Platz verdrängt, sondern ist mit geschätzten 1.000 Milliarden US-Dollar mittlerweile vor Japan größter Inhaber von Fremdwährungsreserven.

    Die kleineren Länder SÜDOSTASIENS konnten mit Ausnahme Thailands, das einen politischen Machtwechsel zu verdauen hatte, im Jahr 2006 eine weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsrate realisieren.