Die Aktie

 

Die weltwirtschaftliche Dynamik sorgte für ein erfreuliches Börsenjahr. Alle relevanten Indizes verzeichneten einen deutlichen Zuwachs. Zwar dämpfte der sprunghafte Anstieg der Ölpreise im Frühsommer die positive Kursentwicklung an den internationalen Aktienmärkten, jedoch sorgten die robusten Gewinne der Unternehmen und die damit verbundene Arbeitsmarktoffensive vor allem im Euroraum und in Asien für einen konstanten Konjunkturaufschwung bis zum Jahresende. Wirtschaftliche Gewinner in Fernost sind Indien und China. Deutschland blickt aufgrund der guten Exportentwicklung und der Zunahme von Investitionen auf das stärkste Wachstumstempo seit der Jahrtausendwende zurück. Die GfK-Aktie schloss mit plus 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr das Börsenjahr ab.

 

Börsenjahr 2006: Aktienmärkte übertreffen Erwartungen der Experten

 

 

Die Akteure des deutschen Aktienmarktes blicken auf eines der erfolgreichsten Börsenjahre zurück. Während der Dow-Jones-Index um knapp 17 Prozent, der S&P-500-Index um etwa 14 Prozent und der
Nikkei-225-Index um fast 7 Prozent zulegten, schaffte der Deutsche Aktienindex Dax im Jahresverlauf einen Wertezuwachs von rund 22 Prozent. Nur die Wertpapierbörse in Madrid konnte diesen Rekord noch toppen. Mit einem Schlusskurs von 6.597 Punkten notierte der Dax auf dem höchsten Niveau seit Februar 2001. In den letzten zwei Jahren steigerte er sich um mehr als 50 Prozent. Im anfänglichen Optimismus sahen die Experten den Index nur bei der 6.000 - Punkte - Marke.
 

 

Der Nebenwerteindex MDax übertraf im Jahresverlauf mit einem Anstieg von 29 Prozent das Kursbarometer der Standardwerte und erreichte am letzen Handelstag mit 9.405 Punkten sogar ein neues Allzeithoch. Ebenbürtig übertraf der TecDax mit einem Zuwachs von 25 Prozent alle Erwartungen. Mit einem Plus von über 31 Prozent ist der SDax Spitzenreiter bei den deutschen Indizes.


Getragen wird diese positive Entwicklung hauptsächlich durch die erfolgreiche Konsolidierung und gute Gewinnsituation der Unternehmen, vor allem deutscher Großkonzerne, die im Jahr 2006 auf eine durchschnittliche Ertragsteigerung von 25 Prozent zurückblicken können. Dies führte zu steigenden Steuereinnahmen und einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt. Der Konjunkturaufschwung erhielt zusätzliche Impulse durch den privaten Konsum. Die GfK - Konsumklimastudie belegt die positive Verbraucherstimmung mit mehr als einer Verdopplung des Index von 4,0 Punkten im Januar auf 9,1 Punkte im Dezember des vergangenen Jahres.


Gründe für die vergleichbar verhaltene Performance der Indizes in den USA waren der sprunghafte Anstieg der Ölpreise im Frühsommer und die daraus resultierenden Inflations- und Wachstumsängste, die wiederum deutliche Kurskorrekturen an den internationalen Börsen auslösten. Das Risiko einer Rezession in den Vereinigten Staaten kletterte nach Meinung der Experten deutlich von 20 Prozent in der Mitte des Jahres auf 27 Prozent zum Ende des Jahres. Der ausgelöste Preisauftrieb und der von der amerikanischen Notenbank Fed und der
Europäischen Zentralbank EZB anvisierte Anstieg der Leitzinsen schmälerten die Erwartung der Finanzmärkte und sorgten für eine Korrektur an den Rentenmärkten.

 

Der Euro STOXX 50 büßte bis Mitte Juni über 12 Prozent seines Wertes ein, der Dow Jones verlor im gleichen Zeitraum rund 8 Prozent. Das Wechselbad der Gefühle traf zwar auch die deutschen Werte – eine Nachhaltigkeit blieb jedoch aus.


Trotz dieser positiven Börsenbilanz sank laut Analyse des Deutschen Aktieninstituts DAI die Zahl der deutschen Aktienanleger um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


GfK-Aktie: gute Finanzzahlen sorgen für stabilen Aufwärtstrend


Im Jahr 2006 erwies sich die Aktie der GfK trotz Auf- und Abwärtsschwankungen als solide. Phasenweise festigte sich ihr Kurs über SDax-Niveau. Gleich zu Beginn des Börsenjahres nahm das Wertpapier lebhaft an Fahrt auf. Die Dynamik erreichte ihren Höhepunkt am Tag der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2005: Mit einem Tagesschlusskurs von 38,50 Euro erreichte die GfK-Aktie ein neues Fünfjahreshoch. Die Anleger reagierten auf die positiver als erwartet ausfallenden Finanzzahlen mit kräftigen Zukäufen. Durch Gewinnmitnahmen der Aktionäre näherte sich jedoch kurz darauf die Aktie mit 32,60 Euro wieder der Performance des SDax an.

 


Höchst - und Tiefstkurse der GfK - Aktie von Januar 2006 bis Februar 2007
 
Höchst- und Tiefstkurse der GfK Aktie

 

Da viele Anleger Unternehmen nach dem Discounted - Cashflow - Modell bewerten, stabilisierte sich der Kurs der GfK-Aktie jedoch wieder schnell auf dem Niveau von 34 bis 36 Euro. Damit entwickelte sie sich im ersten Quartal besser als der Markt und die Vergleichsindizes. Im Mai trugen Kurskorrekturen am deutschen Aktienmarkt, getragen von Zinserhöhungen der Notenbanken und den Verkäufen der Anleger, zu einem sinkenden Niveau im SDax bei. Auch die GfK-Aktie konnte sich diesem Trend nicht entziehen.

 

Kursentwicklung der GfK - Aktie
 
Kursentwicklung der GfK-Aktie

 

Im Frühsommer erholten sich die Small-Caps-Werte und gewannen leicht an Höhe. Der Aktienkurs der GfK entwickelte sich gegenläufig und fiel von 35,72 Euro Mitte Mai auf 27,38 Euro per Ende Juli. Die Skepsis der Aktionäre hinsichtlich der erfolgreichen Integration der ehemaligen NOP World - Unternehmen hinterließ ein Jahr nach der Akquisition Spuren. Erst nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen Mitte August setzte eine schwungvolle Erholung ein. Mit der erfolgreichen Integration der NOP World stieg auch die Zuversicht der Börsenakteure. Auch die erfolgreiche Umsatz- und Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal bewerteten die Marktteilnehmer sehr positiv, so dass der Kurs der GfK-Aktie am Veröffentlichungstag um rund 12 Prozent auf 33,35 Euro anstieg.

Im weiteren Verlauf der zweiten Jahreshälfte festigte sich der Kurs der Aktie über der 33-Euro-Marke und schaffte Mitte November den Anstieg auf einen Wert von 36,77 Euro. Im Dezember ging der Aktienwert durch Gewinnmitnahmen wieder etwas nach unten. Das Börsenjahr endete für die GfK mit einem Schlusskurs von 32,82 Euro (Vorjahr: 28,30 Euro) positiv.


Für Aktionäre, die ihre Aktien im Rahmen des Börsenganges 1999 erworben und seitdem gehalten haben, ergibt sich per Ende 2006 ein Kursgewinn von rund 113 Prozent. Dies entspricht einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals in Höhe von 11,4 Prozent. Im Vergleich hierzu hätte eine alternative Geldanlage in festverzinsliche Wertpapiere im selben Zeitraum eine Rendite von durchschnittlich 4,3 Prozent pro Jahr erwirtschaftet.

 

Platzierung im SDax: in den Top Ten etabliert

 

Seit 2003 wird die GfK-Aktie im SDax gelistet. Das Wertpapier festigte seine Position unter den ersten Zehn und belegte zum Jahresende Platz 7 (Vorjahr: Platz 2). Zum Jahresende 2006 betrug die Börsenkapitalisierung 1.165,2 Millionen Euro (Vorjahr: 991,8 Millionen Euro). Die GfK-Aktie büßte hinsichtlich der Marktkapitalisierung einige Positionen ein, schaffte es aber im Schlussranking der Deutschen Börse auf Platz 55 (Vorjahr: Platz 47). Beeinflusst wurde die Platzierung des Wertpapiers vor allem durch Neuemissionen von SDax-Unternehmen an der Börse. Der durchschnittliche Börsenumsatz an allen deutschen Wertpapierbörsen stieg von 19.383 Aktien in 2005 auf 23.959 Aktien im abgelaufenen Jahr.

 

 

Hauptversammlung 2006: nachhaltige Beschlüsse gefasst

 

Auf der Hauptversammlung in Nürnberg stimmten die Aktionäre der GfK AG mit über 96 Prozent den von Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagenen Beschlüssen zu. Mit insgesamt 450 Aktionären, Aktionärsvertretern und Gästen, die mehr als 74 Prozent aller Aktien repräsentierten, lag die Teilnehmerzahl am 29. Juni 2006 leicht unter dem Wert des Vorjahres. Viele Anleger nutzten die Möglichkeit, die Hauptversammlung live im Internet mitzuverfolgen. Die Aktionäre gaben das Einverständnis für die Verlängerung des Aktienrückkaufprogramms bis zum 28. Dezember 2007 und zur Schaffung bedingten Kapitals für die Fortsetzung des Aktienoptionsprogramms 2004. Außerdem stimmte die Hauptversammlung der Verschmelzung von GfK AG und dem 100 -Prozent-Tochterunternehmen GPI Kommunikationsforschung Gesellschaft für Pharma - Informations - Systeme mbH zu. Ebenso befürwortete sie vorgeschlagene Satzungsänderungen zur Anpassung an neue gesetzliche Regelungen.


Dividendenvorschlag: 9 Prozent mehr als im Vorjahr

 

Für das Jahr 2006 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 0,36 Euro je Aktie vorschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Erhöhung um 9 Prozent. Die Gesamtsumme der Ausschüttung steigerte sich um 10,3 Prozent von 11,6 Millionen Euro auf 12,8 Millionen Euro. Seit ihrem Börsengang im Jahr 1999 hat die GfK in jedem Jahr die Dividende erhöht. In dieser Zeit stieg die Ausschüttung je Aktie um 227 Prozent.

 

 

Kennzahlen der GfK - Aktie
 
Kennzahlen der GfK Aktie

 

 

Aktionärsstruktur: erhöhte Nachfrage in Frankreich und Deutschland

 
Die Zusammensetzung des Aktionärskreises hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Größter Einzelaktionär ist nach wie vor der GfK-Nürnberg e.V., dessen Anteil konstant bei 57,3 Prozent liegt. Vorstand und Aufsichtsrat halten unverändert rund 1,1 Prozent der Aktien. Der Anteil der frei handelbaren Wertpapiere steht entsprechend dieser Aufteilung auf der Marke von 41,6 Prozent. Leicht verändert hat sich mit 28,2 Prozent der Anteil der institutionellen Investoren und mit 13,4 Prozent der Anteil der Privatinvestoren.


Eine wesentliche Verschiebung gab es bei den institutionellen Investoren auf Länderebene. Vor allem Fondsgesellschaften aus Frankreich und Deutschland engagierten sich deutlich stärker. Ende Februar 2007 hielten französische Investoren 4,3 Prozent der Aktien (Vorjahr: 2,5 Prozent) und deutsche Investoren 3,6 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent) der Aktien. Der Anteil US-amerikanischer Investoren verringerte sich auf 10,3 Prozent (Vorjahr: 11,4 Prozent), gefolgt von institutionellen Investoren aus Großbritannien mit einem geschmälerten Anteil von 7,2 Prozent (Vorjahr: 8,6 Prozent).


Auch in Zukunft wird die Entwicklung der Aktionärsstruktur detailliert beobachtet, um auf dieser Grundlage die Roadshow-Aktivitäten und Einzelgespräche mit Fonds- und Sales- Managern auszurichten.

 

 

Aktionärsstruktur der GfK
 
Aktionärsstruktur der GfK

 

 

Analysten: Aktie überwiegend positiv bewertet

 
Die GfK-Aktie hat bei den Analysten spürbar mehr Beachtung gefunden. Mittlerweile liegt die Anzahl namhafter Banken, die das Wertpapier beobachten und bewerten, bei 16. Das sind insgesamt 60 Prozent mehr als noch zum Jahresende 2005. Im letzten Jahr konnten die Analysten von Goldman Sachs International, Société Générale, Merck Finck & Co, HSBC Trinkaus & Burkhardt und der Commerzbank hinzugewonnen werden. Im Februar 2007 kam noch das europäische Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. dazu. Positiv stimmt auch die Bewertung aller Banken, die die Aktie covern, die einen Kauf befürworten oder eine Halteposition als Option vorschlagen.


Laut einer aktuellen Umfrage des DIRK (Deutscher Investor Relations Verband) liegt die durchschnittliche Coverage von Analysten bei SDax-Unternehmen bei einem Wert von 9,3, bei MDax-Unternehmen bei 18,8 und bei TecDax-Unternehmen bei 13,9. Somit wird die GfK-Aktie im Umfeld der Small-Caps-Unternehmen von überdurchschnittlich vielen Banken bewertet.


Präsenz: Einzelgespräche stark ausgebaut

 
Die GfK sieht im konsequenten Ausbau des Dienstleistungsangebotes hochwertiger, auf Marktforschungserkenntnissen basierender Beratungsservices die Maßgabe und den Anspruch der Entscheider von morgen. Um diese Aktivitäten und das Geschäftsmodell der GfK verständlich und umfassend zu vermitteln, betrachtet sie den Dialog mit institutionellen Investoren, Privatanlegern, Analysten und Wirtschaftsjournalisten als wesentliche Grundlage für professionelle Kommunikationsarbeit und als Teil der Unternehmenspolitik. Dabei steht die transparente Übermittlung von langfristigen Zielen und Strategien gleichermaßen im Fokus wie die zeitnahe Berichterstattung aktueller Themen, um allen Interessengruppen eine angemessene Bewertung der GfK-Aktie zu ermöglichen.


Im abgelaufenen Jahr hat die GfK ihre Kommunikation vor allem bei individuellen Einzelgesprächen weiter intensiviert. Über die Bilanzpressekonferenz und die Hauptversammlung hinaus präsentierte sich die GfK im vergangenen Jahr

 

  • auf 10 internationalen Investorenkonferenzen,
  • bei 2 DVFA - Analystenkonferenzen,

  • auf 4 Roadshows in den USA, Frankreich, Deutschland und der Schweiz,
  • bei 7 Gesprächen mit Bankenvertretern (Salesbriefings),
  • bei 16 Telefonkonferenzen,
  • bei 191 Einzelgesprächen, so genannten One-on-One-Meetings, mit Fonds- und Sales - Managern sowie
  • auf dem 4. Münchner Börsentag, den 3.800 Privatanleger und Aktienanalysten besuchten, und auf dem 2. Nürnberger Börsentag, vor zwei Jahren von der GfK initiiert, der 2.500 Interessenten verzeichnen konnte.

 

Die GfK berichtet außerdem seit 2003 in dem kontinuierlich erscheinenden Newsletter für Privatanleger „gfk impuls“ über die Aktienkursentwicklung und den Geschäftsverlauf, den Ausbau des Unternehmensnetzwerkes und der Geschäftsfelder sowie über aktuelle Studien und Börsenveranstaltungen. Darüber hinaus informiert die Website der GfK im Bereich Investor Relations im Detail über Corporate Governance, Hauptversammlung, Termine und Präsentationen und bietet die Möglichkeit, Finanzberichte in elektronischer Form einzusehen und als gedruckte Exemplare zu bestellen.


Kommunikationsarbeit: anerkannt und ausgezeichnet

 
Die Kommunikationsarbeit der GfK wurde im letzten Jahr mehrfach ausgezeichnet. In dem alljährlich von der Fachzeitschrift manager magazin veranstalteten Wettbewerb zur Ermittlung der besten deutschen Geschäftsberichte erreichte die GfK im Gesamtranking den 8. Platz. Innerhalb des Börsensegments SDax liegt sie sogar auf Rang 2. Die Bewertung erfolgte in den Kategorien Inhalt, Gestaltung, Sprache und Berichtseffizienz. Im international anerkannten Ranking „Report Watch“ belegte der GfK-Geschäftsbericht 2005 unter 650 bewerteten Geschäftsberichten weltweit Platz 50. Seit zehn Jahren werden in diesem Wettbewerb Pflichtveröffentlichungen der Unternehmen in 25 Kategorien differenziert und unabhängig bewertet.


Die IR-Arbeit der GfK im Jahr 2006 schätzten mehr als 400 Analysten und Fondsmanager als sehr gut ein: Beim Investor-Relations-Preis, zum zehnten Mal vom Fachmagazin Capital und der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management DVFA vergeben, konnte die GfK im Gesamtranking der SDax-Unternehmen ihre Position in den Top Ten halten. Mit 414,6 Punkten schaffte sie es auf Platz 10 (Vorjahr: Platz 9 mit 404,0 Punkten). Knapp 200 der wichtigsten deutschen und europäischen Unternehmen, davon 48 aus dem SDax, wurden in Pflicht und Kür in den Kategorien Glaubwürdigkeit, Transparenz, Berichterstattung und Corporate Governance bewertet.


Ein hohes Maß an Vertrauen erfordert eine klare und zielgerichtete Kapitalmarktkommunikation. Somit fühlt sich die GfK in ihrem offenen Dialog mit allen Investorengruppen bestätigt und sieht zugleich den Ansporn und die Verpflichtung, die Investor-Relations-Arbeit stetig auszubauen und professionell zu gestalten.