GfK Gruppe: www.gfk.com
Professor Dr. Klaus L. Wübbenhorst
Vorstandsvorsitzender der GfK AG
Sehr geehrte Aktionärinnen, Aktionäre und Geschäftsfreunde,
Marktforschung bedeutet Zahlen in Informationen und Informationen in Wissen zu transformieren. Damit helfen wir unseren Kunden, ihre Geschäfte erfolgreich zu steuern. Das ist unsere Mission, der wir mit großer Leidenschaft folgen.
Eine eigene Zahl hat uns im abgelaufenen Geschäftsjahr großen Spaß gemacht. Sie lautet: 1.112.159.268 oder in Worten: eine Milliarde einhundertzwölf Millionen einhundertneunundfünfzigtausendzweihundertachtundsechzig Euro.
Die GfK Gruppe hat damit im letzten Jahr die magische und große Schwelle von mehr als einer Milliarde Euro Umsatz deutlich übersprungen und stößt in eine neue Unternehmensdimension vor. Größe allein ist sicher nicht ausschlaggebend, aber sie ist Ausdruck unserer weltweiten und erfolgreichen Präsenz.
Research ist „orange“ und symbolisiert „Growth from Knowledge“.
Rückblick 2006
Die quantitativen Ziele für das Geschäftsjahr 2006 haben wir sämtlich erreicht oder sogar übertroffen. Wir hatten Ihnen einen Umsatzanstieg von über 18 Prozent in Aussicht gestellt. Wir wollten organisch stärker als der Markt wachsen und zudem unsere Marge auf hohem Niveau weiter steigern.
Alle diese Vorhaben sind überzeugend gelungen. Der Umsatz nahm um fast 19 Prozent zu. Das organische Wachstum liegt bei 5,4 Prozent und damit nach Expertenschätzung über der Branche. Die Marge stieg um weitere 90 Basispunkte und erreichte mit 13,5 Prozent ein Niveau, das nur ganz wenige unserer Wettbewerber erzielen. Unser angepasstes operatives Ergebnis von über 150 Millionen Euro ist so hoch wie unser gesamter Umsatz im Jahre 1991. Die Kombination aus gleichzeitigem Umsatzwachstum und Ergebnisanstieg ist beispielhaft in unserer Branche.
Zu diesem Erfolg hat sicher der weltweite konjunkturelle Rückenwind beigetragen. Aber ein Blick auf unsere Wettbewerber zeigt deutlich – es gehörte mehr dazu.
Das Jahr 2006 war gekennzeichnet durch eine klare Strategie und eine effiziente operative Führung. Im Fokus stand die Integration der Mitte des Jahres 2005 erworbenen Unternehmensgruppe NOP World. Unsere Vision mit der Übernahme – nachhaltige Expansion in den USA, Großbritannien und Italien sowie Ausbau und Stärkung der Geschäftsfelder Custom Research, Media und HealthCare – war eindeutig. Aber eine gelungene Integration fängt erst an nach der vollzogenen Akquisition.
Gut 18 Monate nach der Übernahme können wir zum Ende des Geschäftsjahres mit Stolz den Abschluss der Integration vermelden. Die Unternehmen der NOP World Gruppe sind fester und erfolgreicher Bestandteil der GfK-Familie. Ein „hier GfK“ und „dort NOP World“ gibt es nicht mehr.
Die Integration hat viel Zeit, Kraft und Ausdauer gekostet. Zahlreiche Reisen und Gespräche waren nötig. Doch es hat sich gelohnt. Die Zahlen sprechen für sich. Bei der Übernahme sind wir von insgesamt rund 20 Millionen Euro Kosten zur Integration in den Jahren 2005 und 2006 ausgegangen. Mit 19,7 Millionen Euro haben wir nahezu eine Punktlandung hingelegt.
Sehr zufrieden sind wir mit den erzielten und sichtbaren Synergien. Diese sollten bis zu 7 Millionen Euro im Jahr 2006 und bis zu 15 Millionen Euro ab dem Jahr 2007 betragen. Unsere ehrgeizigen Annahmen wurden übertroffen. Wir erzielten im Jahr 2006 Synergien in Höhe von 10 Millionen Euro. Für 2007 und die folgenden Jahre erwarten wir einen ungefähr doppelt so hohen Betrag.
Diese Mammutaufgabe hat uns jedoch nicht die Sicht auf die weitere strategische Entwicklung der GfK versperrt. Hervorragende Beispiele dazu finden sich im gesamten Geschäftsbericht. Hier möchte ich nur einige Aspekte hervorheben:
Bei allen Maßnahmen bleiben wir eine schlanke Organisation, in der Entscheidungen und Unternehmertum über Formalismus und Bürokratismus stehen. Dass dennoch mit einer internen Revision und einem Risikomanagement potenzielle Risiken beobachtet und beherrschbar gemacht werden, ist selbstverständlich.
Das gesteigerte Ergebnis wird auch den Aktionären, also Ihnen, zugute kommen. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 23. Mai 2007 eine Dividende von 0,36 Euro je Aktie vorschlagen. Damit wird die Dividende auch im siebten Geschäftsjahr nach dem Börsengang im Jahr 1999 angehoben.
Ein letzter Punkt sollte nicht vergessen werden. Wir sind nicht nur Umsatzmilliardäre zum Ende des Geschäftsjahres 2006. Nach unserer Branchenstatistik werden wir seit Mitte 2006 auch als die Nummer Vier der Marktforschungs-Top-Ten weltweit geführt.
Wissensgesellschaft GfK
Die gute Entwicklung der GfK weltweit schlägt sich auch in der Anzahl der Beschäftigten nieder. Zum Jahresende waren fast 8.000 Vollzeitkräfte zwischen Aserbaidschan und Zypern für die GfK tätig.
In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten auf 1.628 Vollzeitkräfte. Die konsequente Internationalisierung zeigt sich aber auch hier. 6.275 Mitarbeiter arbeiten in nichtdeutschen Tochtergesellschaften unseres Hauses.
8.000 GfKler bedeuten 8.000 Experten für unsere Kunden. Sechs Experten aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Regionen möchten wir Ihnen in diesem Geschäftsbericht vorstellen. Die Portraits der Kolleginnen und Kollegen gewähren uns einen Einblick in die unterschiedlichen GfK-Aktivitäten. Sie zeigen uns aber auch stellvertretend die Menschen, die wesentlich zum Erfolg der GfK beitragen.
Die permanente Verbesserung unseres Wissens durch gezielte Förderung und die Sicherstellung des Wissenstransfers untereinander sind eine große Herausforderung.
Dieser Prozess wird durch eine Vielzahl von Initiativen durch den Vorstand gefördert und unterstützt. Die neueste Initiative ist wiederum auf einen Impuls eines Excellence-Teams, der Kaderschmiede für den Nachwuchs in unserem Haus, zurückzuführen.
Die Initiative heißt „Knowledge Exchange Solution“ – kurz KES. Die Idee hinter KES ist so einfach wie überzeugend. Die Bündelung unserer weltweiten Expertise sichert uns „Vorsprung durch Wissen“ gegenüber der Konkurrenz. KES soll zum Wissenstransfer aufrufen, diesen erleichtern und mit den großartigen Methoden die Informationsverarbeitung erleichtern. Wir sehen der Entwicklung von KES mit großer Erwartung entgegen. Denn wir alle kennen es: Wissen haben möchte jeder. Wissen weiterzugeben, fällt manchmal schwer. KES heißt auch: receive – share – contribute.
Trotz der großen Anspannung im täglichen Wettbewerb um die Kunden darf nicht übersehen werden, dass wir ein Dienstleister sind, dessen Erfolg von der Zufriedenheit der Mitarbeiter abhängt. Daher gehen regelmäßige Mitarbeiterbefragungen dieser Frage auf den Grund.
Die aktuelle Mitarbeiterbefragung in Deutschland bot großen Anlass zur Freude. Der allgemeine Zufriedenheitsindex stieg zum dritten Mal in Folge. Wenn auch bei dem einen oder anderen Punkt noch eine „Wolke“ auf Verbesserungspotenziale hinweist, überwiegen dennoch die „Sonnen“ der positiven Urteile deutlich.
Alle diese Punkte tragen bei zum Markenbild der GfK. Die Medien bestätigen uns: die GfK Gruppe wird zunehmend wahrgenommen. Unsere Studien und Erkenntnisse werden aufgegriffen, analysiert und zur Begründung von Aktivitäten verwendet.
Ausblick 2007
Das Erreichte des Jahres 2006 ist für uns gleichermaßen Ansporn und Herausforderung für das neue Geschäftsjahr. Wir haben uns auch für das Jahr 2007 ehrgeizige, aber machbare Ziele gesetzt.
Unser Umsatz soll wieder über dem Branchenwachstum liegen und fünf Prozent übertreffen. Auch beim Ergebnis wollen wir weiter zulegen und sehen gute Chancen, unsere Marge weiter zu verbessern.
Sicher wird das laufende Geschäftsjahr über das Tagesgeschäft hinaus spannend. Online, Outsourcing, Offshoring und Konsolidierung sind nur einige Schlagworte.
Wir werden die wesentlichen Entwicklungen in unserer Branche intensiv beobachten. Mehr noch – wir wollen sie beeinflussen und aktiv mitgestalten.
Dazu hoffen und zählen wir auch auf Ihre weitere Unterstützung, sehr geehrte Aktionärinnen, Aktionäre und Geschäftsfreunde.
Wir danken Ihnen für die bisherige Treue und wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrer GfK.
Ihr
Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst
Vorstandsvorsitzender