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Press release
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Konsumklima steigt wieder leicht

Nürnberg, 22.12.2015

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Dezember 2015

Zum Jahresende verbessert sich die Stimmung der Verbraucher. Nach vier Rückgängen in Folge steigt das Konsumklima wieder leicht. Für Januar 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 9,4 Punkte nach 9,3 Zählern im Dezember. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung legen spürbar zu. Die Anschaffungsneigung bestätigt ihr überaus hohes Niveau und verändert sich kaum.

Die Terroranschläge in Paris Mitte November und die damit auch in Deutschland gestiegene Terrorgefahr scheinen bei den deutschen Verbrauchern keinen Eindruck zu hinterlassen. Im letzten Monat dieses Jahres verbessert sich die Verbraucherstimmung wieder.

Talfahrt der Konjunkturerwartung gestoppt

Nach sechs Rückgängen in Folge beendet die Konjunkturerwartung im Dezember ihre Talfahrt. Mit einem Plus von 8,2 Punkten fällt der Anstieg deutlich aus. Der Indikator klettert auf 2,9 Punkte und liegt damit wieder im positiven Bereich, das heißt über dem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten.

Die Konjunkturstimmung zeigt sich damit unbeeindruckt von der zuletzt gestiegenen Terrorgefahr. Nach den Anschlägen in Paris vom 13. November sowie dem stärkeren Engagement Deutschlands im Kampf gegen den IS hatte sich die Bedrohungslage in der Bundesrepublik zuletzt verschärft.

Damit scheinen wieder die guten Rahmenbedingungen im Inland an Gewicht zu gewinnen. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Ansicht des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2016 mit 1,6 Prozent etwa genauso stark steigen wie in diesem Jahr. Folglich wird auch die Beschäftigung weiter zulegen. Damit dürfte die Sorge der Verbraucher, ihren Job zu verlieren, weiterhin niedrig bleiben. Dies wiederum wird den Konjunkturoptimismus stützen.

Einkommenserwartung legt spürbar zu

Im Sog der verbesserten Konjunkturaussichten legt auch die Einkommenserwartung zu. Auch bei diesem Indikator fällt das Plus mit 6,4 Punkten auf 50,8 Zähler deutlich aus. Der Indikator liegt somit wieder über der 50-Punkte-Marke, die er zuletzt im August dieses Jahres mit 53,5 Zählern übertreffen konnte.

Der ausgeprägte Einkommensoptimismus kommt nicht von ungefähr. Zum einen zeigt sich der Arbeitsmarkt überaus robust, so dass die Beschäftigten kaum die Befürchtung haben müssen, ihren Job  und somit einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens zu verlieren.

Zusätzlichen Auftrieb erhält der Indikator durch die gute Einkommensentwicklung der Beschäftigten. Die tariflichen Zuwächse liegen nominal bei etwa drei Prozent. Hinzu kommt, dass die Energiepreise, wie Benzin und Heizöl, zuletzt spürbar gesunken sind. Dies sorgt für eine überaus geringe Inflation und damit auch für deutliche reale Einkommenszuwächse.

Anschaffungsneigung auf hohem Niveau stabil

Die steigenden Konjunktur- und Einkommenserwartungen sorgen dafür, dass die Anschaffungsneigung im Dezember ihr sehr hohes Niveau behaupten kann. Der Indikator legt minimal um 0,1 Zähler zu und erreicht damit exakt 49 Punkte. Zum Jahresende 2015 liegt er somit fast auf Vorjahresniveau.

Die deutschen Konsumenten lassen sich ihre Konsumlaune offenbar nicht durch Flüchtlingskrise und Terrorgefahr trüben. Ein stabiler Arbeitsmarkt sowie die Aussicht auf weiter steigende Einkommen in den kommenden Monaten sorgen für Planungssicherheit. Diese ist vor allem für größere Anschaffungen wichtig, insbesondere dann, wenn die Ausgabe über einen Kredit finanziert werden soll.

Darüber hinaus sorgt die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer expansiven Geldpolitik dafür, dass das Zinsniveau weiterhin extrem niedrig bleibt. Dies lässt die Sparneigung im Keller verharren. Das Geld auf die hohe Kante zu legen, wird nicht als attraktive Alternative zum Konsum gesehen und entsprechend tendieren die Verbraucher eher zum Geldausgeben. Dies wird sich vorläufig auch nicht durch die Leitzinserhöhung in den USA ändern.

Konsumklima beendet Abwärtstrend

Für Januar 2016 prognostiziert der Gesamtindikator 9,4 Punkte nach 9,3 Zählern im Dezember. Damit beendet das Konsumklima zu Beginn des neuen Jahres seinen vier Monate andauernden Abwärtstrend.

Mit diesem positiven Start ins neue Jahr ist die Grundlage dafür gelegt, dass auch 2016 ein gutes Konsumjahr werden kann. Die Binnennachfrage wird weiter eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland bleiben. Dieser Meinung schließen sich sowohl die Forschungsinstitute wie auch der Sachverständigenrat in ihren jüngst veröffentlichten Prognosen an.

Mögliche Risiken für die Konsumstimmung könnten vor allem aus der schwierigen internationalen Lage entstehen. Die internationalen Krisenherde mit dem Schwerpunkt im Nahen Osten, die daraus resultierende Flüchtlingskrise sowie eine steigende Terrorgefahr könnten bei einer weiteren Verschärfung die Verunsicherung der Verbraucher wieder steigen lassen und damit auch dem Konsumklima einen Dämpfer versetzen.  

Voraussichtliche Veröffentlichungstermine 2016
Mittwoch, 27. Januar 2016, 8 Uhr   
Donnerstag, 25. Februar 2016, 8 Uhr
Donnerstag, 24. März 2016, 8 Uhr   
Mittwoch, 27. April 2016, 8 Uhr
Mittwoch, 25. Mai 2016, 8 Uhr   
Mittwoch, 29. Juni 2016, 8 Uhr
Mittwoch, 27. Juli 2016, 8 Uhr   
Freitag, 26. August 2016, 8 Uhr
Mittwoch, 28. September 2016, 8 Uhr   
Mittwoch, 26. Oktober 2016, 8 Uhr
Donnerstag, 24. November 2016, 13 Uhr   
Freitag, 23. Dezember 2016, 8 Uhr

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.

GfK prognostiziert für das Jahr 2015 einen Anstieg des privaten Konsums von mindestens 1,5 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher. Im vergangenen Jahr prognostizierte GfK ebenfalls einen Anstieg des privaten Konsums um 1,5 Prozent. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der private Konsum im Jahr 2014 real um 1,2 Prozent gestiegen.

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung (z.B. Verwechslungsgefahr von Produkten) verwendet und anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.

Weitere Informationen: Rolf Bürkl, Tel. +49 911 395-3056

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Über GfK

GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinformati-onen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

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