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Große regionale Kaufkraftunterschiede bei Spielwaren und Hobbys

Bruchsal, 01.08.2017

GfK-Studie zur regionalen Sortimentskaufkraft 2017

Die Kaufkraftpotenziale der verschiedenen Sortimente unterscheiden sich je nach Region erheblich, wie die neue GfK-Studie zur Sortimentskaufkraft zeigt. So liegt etwa die Kaufkraft für Spielwaren und Hobbys im rechnerischen pro-Kopf-Schnitt bei lediglich rund 81 Euro im Stadtkreis Gelsenkirchen, im Stadtkreis München hingegen bei 143 Euro pro Einwohner und Jahr.

Im bundesweiten Durchschnitt haben die Deutschen im Jahr 2017 für Spielwaren und Hobbys rund 109 Euro pro Kopf zur Verfügung. Dies entspricht 1,9 % der Einzelhandelskaufkraft von 5.740 Euro, die von GfK pro Kopf in Deutschland für die Bereiche Food und Nonfood berechnet wurde.

Die pro-Kopf-Kaufkraft misst das durchschnittliche, verfügbare Ausgabepotenzial am Wohnort der Konsumenten und bezieht sich dabei auf alle Einwohner einer Region. Familien mit Kindern, Spielebegeisterte, Musiker und Sammler von Briefmarken haben natürlich deutlich mehr Ausgaben im Bereich Spielwaren und Hobbys – eine Ausweisung pro-Kopf erlaubt jedoch den direkten Vergleich zwischen den Kaufkraftpotenzialen je Sortiment und je Region.

Deutliche regionale Kaufkraftunterschiede
Betrachtet man das Potenzial für Spielwaren und Hobbys differenziert nach Region, zeigen sich erhebliche Unterschiede: Ein weit unterdurchschnitt­­­liches Potenzial von unter 90 Euro pro Kopf weisen etwa westdeutsche Stadtkreise wie Duisburg, Herne, Oberhausen und Hagen auf. Der Stadtkreis Gelsenkirchen bildet dabei mit rund 81 Euro pro Kopf das Schlusslicht in Deutschland. Dort liegen die pro-Kopf-Ausgaben mehr als 25 % unter dem Bundesdurchschnitt.

Süddeutsche Stadtkreise wie Ulm, Regensburg, Landshut und München haben hingegen eine weit überdurchschnittliche pro-Kopf-Kaufkraft für Spielwaren und Hobbys, die zwischen 134 und 143 Euro liegt. Deutscher Spitzenreiter ist der Landkreis Starnberg mit 158 Euro pro Kopf, was rund 45 % über dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Genau im Bundesdurchschnitt liegen die Bewohner der Landkreise Ostholstein in Schleswig-Holstein sowie Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen.

Regionale Gesamtpotenziale
Für Hersteller und Händler von Produkten aus den Bereichen Spielwaren und Hobbys ist jedoch nicht nur das pro-Kopf-Potenzial wichtig, sondern auch das regionale Gesamtpotenzial, also die Gesamtkaufkraft für Spielwaren und Hobbys. Hier liegen naturgemäß die einwohnerstärksten Kreise vorne:

RangStadt- oder LandkreisEinwohnerKaufkraftindex Spielwaren und Hobbys je Einwohner (100 = Bundesdurchschnitt)Gesamtkaufkraft für Spielwaren und Hobbys in Mio. €
1SK Berlin  3.520.031 94,7363,8
2SK Hamburg1.787.408 108,2211,0
3SK München1.450.381131,3207,8
4Region Hannover1.144.481105,4131,7
5SK Köln1.060.58296,6111,8
6SK Frankfurt am Main732.688 101,280,9
7SK Stuttgart623.738118,580,7
8LK Ludwigsburg534.074119,469,6
9LK Esslingen524.127121,669,5
10SK Düsseldorf612.178100,767,2
Quelle: GfK Sortimentskaufkraft Deutschland 2017

Mit mehr als 3,5 Mio. Einwohnern ist es nicht verwunderlich, dass der Stadtkreis Berlin die Liste der Kreise mit dem größten regionalen Gesamtpotenzial anführt. Betrachtet man jedoch den Kaufkraftindex der Berliner, so fällt auf, dass dieser mit 94,7 unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Somit ist die Gesamtkaufkraft für Spielwaren und Hobbys in der Bundeshauptstadt einwohnerbedingt am größten, die pro-Kopf-Kaufkraft für Produkte aus diesem Bereich bleibt jedoch im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich.

Regionale Unterschiede bei allen Sortimenten
Insgesamt liegt die Sortimentskaufkraft für 17 Sortimentsgruppen und rund 60 Sortimente vor. 41,1 % der Einzelhandelskaufkraft entfallen dabei auf den Bereich Food, während sich 58,9 % auf die Sortimentsgruppen im Bereich Nonfood verteilen.

Sortiment   Sortimentskaufkraft pro Einwohner in 2017 in €Anteil in %
Nahrungs- und Genussmittel2.36241,1
Gesundheits- und Körperpflege4608,0
Bekleidung4267,4
Schuhe, Lederwaren1051,8
Einrichtungsbedarf4768,3
Hausrat, Glas, Porzellan891,6
Elektrohaushaltsgeräte, Leuchten2063,6
Unterhaltungselektronik und
elektronische Medien
1723,0
Informationstechnologie981,7
Telekommunikation510,9
Foto, Optik1101,9
Uhren, Schmuck791,4
Bücher, Schreibwaren244 4,3
Spielwaren, Hobbys1091,9
Sportartikel, -bekleidung, -schuhe/ Campingartikel1222,1
Baumarktspezifisches Sortiment61510,7
Baby-/Kinderartikel150,3
Quelle: GfK Sortimentskaufkraft Deutschland 2017

Selbst bei der Sortimentsgruppe „Nahrungs- und Genussmittel“ – man könnte meinen, dass die Kaufkraft und damit das Potenzial für Essen und Trinken als Grundbedürfnisse gleich verteilt seien – gibt es erhebliche Unterschiede innerhalb der deutschen Bevölkerung. Ein Blick auf das Kaufkraftpotenzial von Wasser verdeutlicht dies: Hier ist der Landkreis Hochtaunuskreis, in dem die pro-Kopf-Kaufkraft für Wasser rund 62 Euro beträgt, deutscher Spitzenreiter. Am anderen Ende des Kreisrankings liegt der Landkreis Görlitz mit nur 27 Euro und damit weniger als der Hälfte. Die Spanne reicht somit von 50 % über dem Bundesdurchschnitt im Hochtaunuskreis bis über 30 % unter dem Bundesdurchschnitt in Görlitz. Mit fast 41 Euro liegen die Bewohner des Landkreises Mühldorf am Inn in Oberbayern genau im Bundesdurchschnitt.

Regionales Potenzial für Baumarktsortimente
Besonders interessant ist auch das regionale Kaufkraftpotenzial für baumarktspezifische Sortimente wie Garten, Autozubehör, Tierbedarf und Ähnliches, da diese nach der Sortimentsgruppe „Nahrungs- und Genussmittel“ bundesweit die zweitgrößte pro-Kopf-Kaufkraft aufweisen. Rund 615 Euro und damit fast 11 % der Einzelhandelskaufkraft stehen den Deutschen für Produkte aus dem Baumarkt zur Verfügung.

Ein genauerer Blick auf die einzelnen Stadt- und Landkreise zeigt, dass der Stadtkreis Gelsenkirchen mit nur 429 Euro die geringste pro-Kopf-Kaufkraft für baumarktspezifische Sortimente aufweist und damit rund 30 % unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Das höchste regionale Kaufkraftpotenzial gibt es hingegen im Landkreis Starnberg. Mit 775 Euro pro Person und ­­­­einem Indexwert von 126 führt dieser das Kreisranking an.

Weitere Informationen
zu den regionalen Marktdaten von GfK finden Sie hier.

Weitere Informationen
zu den Sortimentsgruppen der Sortimentskaufkraft von GfK finden Sie hier.

Bildmaterial
Grafiken in Druckauflösung finden Sie hier.

Zur Studie
Die Studie „GfK Sortimentskaufkraft 2017“ basiert auf unterschiedlichen Erhebungen und Analysen des Einkaufsverhaltens von Verbrauchern im Einzelhandel. Darunter sind auch Daten der GfK-Verbraucherpanels, die anonymisiert die Ausgaben einer repräsentativen Stichprobe von rund 30.000 Haushalten in Deutschland erfassen. Auf Basis dieser Verbraucherinformationen kann der Bereich Geomarketing von GfK über soziodemografische Abgleiche und geostatistische Modellierungen eine regionale, sortimentsbezogene Kaufkraft für rund 60 Sortimente ausweisen. Darüber hinaus ist die Berechnung händlerspezifischer regionaler Absatzpotenziale für mehr als 200 Sortimentsgruppen möglich.

Die Daten liegen flächendeckend für alle administrativen und postalischen Gebietseinheiten vor – von den Bundesländern über Kreise und Gemeinden bis hin zu 5-stelligen Postleitzahlen und Straßenabschnitten. Für verschiedene europäische Länder sind ebenfalls Studien zur Sortimentskaufkraft verfügbar.

Die Kaufkraft wird als nominaler, das heißt nicht inflationsbereinigter, Prognosewert ausgewiesen. Sie bezieht sich auf den Wohnort, nicht auf den Einkaufsort. Die Daten stellen Durchschnittswerte für alle Einwohner einer Region dar. Rückschlüsse auf die Vermögenswerte von Einzelpersonen sind daher falsch.

Über GfK
GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinforma­tionen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

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