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Zielgruppenanalyse im Reisemarkt

20.06.2017

Die zunehmende Terrorgefahr mit zahlreichen Anschlägen hat auch die deutsche Bevölkerung im Verlauf der letzten Jahre nicht unbeeindruckt gelassen.

So gaben im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Bundesbürger (55%) an, dass Terrorismus eines der Top 3-Herausforderungen ist, die den Menschen in Deutschland Sorge bereitet. Noch ein Jahr äußerte dies mit 37% nur gut ein Drittel. Diese Sorge kommt nicht von ungefähr. In den letzten Jahren hat gerade die Anzahl der Terroranschläge in Europa spürbar zugenommen. Und zuletzt wurden Manchester und London von derartigen Anschlägen heimgesucht.

Derartige Ereignisse hinterlassen natürlich auch auf dem Reisemarkt ihre Spuren. Zunächst sind davon natürlich Destinationen betroffen, die unter Terrorattacken gelitten haben und in der Folge einen spürbaren Rückgang ihrer Urlaubsgäste hinnehmen müssen, wie im östlichen Mittelmehr die Türkei und Ägypten. Auf der anderen Seite profitieren davon aber andere Destinationen, wie Spanien,  durch Verlagerung der Urlaubsaktivitäten.

Doch wie wirken sich derartige Bedrohungen neben den Destinationen auf spezielle Reisezielgruppen aus? Gibt es Segmente unter den Urlaubsreisenden, die sich besonders bedroht fühlen und wie werden sie darauf reagieren?

Auf diese für die Reisebranche wichtigen Fragestellungen kann GfK Market Opportunities und Innovation Antworten durch entsprechende Zielgruppenanalysen geben. Ein wichtiges Instrument in diesem Zusammenhang ist die Studie GfK Consumer Life. Sie ist die umfassendste und robusteste Studie ihrer Art und wird seit 1997 jährlich in den wichtigsten Volkswirtschaften weltweit durchgeführt. Hier werden Verhalten und Einstellungen der Bevölkerung weltweit – und damit auch in den wichtigsten Quellmärkten – unter anderem auch zum Thema Reisen.

Während, wie bereits oben erwähnt, die deutsche Bevölkerung insgesamt zu etwa 55% durch Terror bedroht fühlt, sind es unter den Urlaubsreisenden  mit 57% nur unwesentlich mehr.
Ein Aspekt sind dabei auch die Reisetypen. So zeigt sich, dass sich Aktiv- und Erholungsurlauber mit 57 bzw. 56% etwa im gleichen Umfang durch den Terror bedroht fühlen.

Auch die Tatsache, ob man im In- oder Ausland seinen Urlaub verbringt, zeigt keine sehr großen Unterschiede im Hinblick auf die subjektive Bedrohungseinschätzung. So gaben 56% derjenigen, die ausschließlich im Inland Urlaub machen, an, dass sie den wachsenden Terror mit Sorge sehen, bei den Urlaubern, die sowohl national als auch international verreisen, waren es 55%. Nur bei den Urlaubern, die ausschließlich ins Ausland verreisen, stieg der Anteil auf knapp 63%.

Betrachtet man jedoch die Art der Unterkunft während der Urlaubsreise, so zeigen sich doch überraschende Unterschiede. Dies betrifft in erster Linie die Personen, die ihren Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff verbringen. Denn sie sehen den Terrorismus  zu 72% als eine der großen Herausforderungen, während es bei den Unterkünften an Land, die mit drei, vier oder fünf Sternen versehen sind, zwischen 54 und 61% sind. Möglicherweise ist die Entscheidung für eine Kreuzfahrt auch von der subjektiven Bedrohungslage abhängig. Und diese ist in den Augen der Urlauber auf einem Kreuzfahrschiff offenbar weniger groß als in einer Unterkunft an Land.

Einfachere Unterkünfte, die einen oder zwei Sterne haben, werden offenbar von Urlaubern bevorzugt, die sich eher weniger um den Terror Sorgen machen, denn nur 41% dieser Urlaubsgruppe sehen darin eine Bedrohung.

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