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Press release

Stimmungsbarometer 2014 - Österreich im internationalen Vergleich

30.03.2015

Wo würden Sie Ihr Geld investieren? Österreich im internationalen Vergleich.

Wien, 30. März 2015 – GfK Austria: Angesichts der derzeit niedrigen Zinsen in vielen europäischen Ländern für klassische Anlageprodukte, wie Sparbuch oder Bausparvertrag, sind viele Investoren um die Suche nach alternativen Anlageformen wie Immobilien, Gold oder Aktien bemüht. Je nach Herkunftsland sind die verschiedenen Finanzdienstleistungen unterschiedlich bewertet. Auch im Jahr 2014 hat GfK die privaten Finanzentscheider in Österreich, Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien und den USA hinsichtlich ihres Interesses an Spar- und Anlageformen befragt.

Österreich: Traditionelle Anlageprodukte im Vordergrund

Auch wenn die klassischen Sparprodukte, wie Bausparvertrag und Sparbuch, seit 2011 in Österreich kontinuierlich an Beliebtheit verlieren, bleiben diese beiden Sparprodukte für die österreichischen Sparer/Anleger auch 2014 die interessantesten Anlageformen. Anders sieht es in Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien und den USA aus, wo die Finanzentscheider Ihr Geld am ehesten in Immobilien anlegen würden.

In Deutschland hat das Sparbuch stark an Interesse verloren: Während 2011 noch jeder Vierte (24 %) das Sparbuch als attraktive Anlageform nannte, ist es 2014 nur noch jeder Zehnte (10 %). Mit 45 % Zustimmung, ist das Sparbuch auf Platz drei der beliebtesten Anlageprodukte in Großbritannien – und erreicht auch die höchste Bewertung im internationalen Vergleich. In Spanien (38 %) und den USA (33 %) betrachtet etwa jeder dritte Befragte das Sparbuch als die attraktive Anlagemöglichkeit, in Frankreich (17 %) dagegen ist es nur noch jeder Sechste.

Immobilien: eine global beliebte Investitionsmöglichkeit

Das Interesse in Immobilien zu investieren steht auf Platz eins der attraktivsten Anlagemöglichkeiten für Privatanleger in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und den USA. Drei von vier Befragten in Deutschland bewerten Investitionen in Privateigentum als attraktive oder sehr attraktive Anlageform. Die Werte sind auch in Spanien mit 68 % der Zustimmung sehr hoch. Anders sieht es in Österreich aus: Das Interesse in eine Eigentumswohnung oder Haus zu investieren ist mit 31 % der Zustimmung auf dem Platz drei der beliebtesten Anlageprodukte zu finden. In Großbritannien (57 %) und den USA (53 %) ist jeder Zweite bereit in Immobilien anzulegen.

Große Unterschiede weist auch die Bewertung der privaten Zusatzpension zwischen den einzelnen Ländern auf. Mit 43 % der Zustimmung fällt die Bewertung in Großbritannien am höchsten aus. Auch in Deutschland (28 %) und Spanien (26 %) wäre jeder Vierte bereit in eine Zusatzpension zu investieren. Die Österreicher und die Franzosen sehen diese Form der Anlage etwas skeptischer: Lediglich fast jeder sechster Franzose und jeder achter Österreicher ist bereit in die private Zusatzpension anzulegen. Neben der privaten Zusatzpension punkten auch die betriebliche Altersvorsorge sowie die Lebensversicherung außerhalb von Österreich. Die betriebliche Altersvorsorge ist für 53 % der Befragten in Großbritannien (53 %), den USA (48 %) und Deutschland (41 %) eine sehr beliebte Anlageform und somit auf Rang 2 nach Immobilien in allen drei Ländern.  Die Unterschiede sind jedoch auch den unterschiedlichen Gegebenheiten der jeweiligen staatlichen Pensionssysteme zuzuschreiben. 

19 % der Österreicher haben Interesse in eine Lebensversicherung zu investieren. Die fondsgebundene Lebensversicherung ist auf dem Platz zwei  der beliebtesten Anlageprodukte in Frankreich hinter den Immobilien und wird somit positiver beurteilt als das Sparbuch.

Auch Gold, als alternative Anlagemöglichkeit, bewerten die Österreicher kritischer als Privatanleger aus anderen Ländern. Während in Deutschland (32 %) bereits jeder Dritte Interesse hat in Gold zu investieren, ist es in Österreich (17 %) nur etwa jeder Sechste. Auch in Spanien (28 %), Frankreich (23 %), Großbritannien (21 %) und den USA (24 %) zeigen die privaten Anleger mehr Interesse an Gold als in Österreich.

Unabhängig vom Land entscheiden sich immer mehr Anleger auf jegliche Art von Rendite zu verzichten und das Geld lieber Zuhause zu sparen. Diese Anlageoption ist die einzige in Österreich, die in den letzten drei Jahren leicht an Interesse gewonnen hat. Jeder achte Österreicher (13 %) gibt an, das Geld künftig zu Hause sparen zu wollen. Bei den Briten (31 %) und Amerikanern (29 %) ist es sogar nahezu jeder Dritte. In Frankreich, Deutschland und Spanien geben nur etwa halb so viele Finanzentscheider dieser Option ihre Zustimmung und befinden sich somit auf demselben Niveau wie die Österreicher.

Aktien und Fonds besonders in den USA eine interessante Anlagemöglichkeit

In Österreich bleibt das Interesse für Aktien über die letzten vier Jahre eher unverändert: Fast jeder zehnte Österreicher ist bereit in Aktien zu investieren. Am höchsten, mit 31 % Zustimmung, ist die Bewertung für Aktien als attraktiver Anlageform in den USA. In Großbritannien (22 %) bewertet beinahe jeder Vierte Aktien als interessant. Auch in Deutschland betrachten 17 % der Befragten Aktien als attraktive Anlagemöglichkeit – mit einem Anstieg von 9 %-Punkten in den letzten 3 Jahren.

Nur  9 % der Befragten in Österreich bewerten Investmentfonds als attraktive Geldanlage. In den USA (25 %) sind es fast dreifach so viele. In Deutschland (17 %) und Spanien (17 %) bewertet fast jeder Sechste die Investmentfonds als interessant. Ähnlich sieht die Situation, mit 16 % der Zustimmung in Großbritannien aus. Die Franzosen zeigen sich dabei mehr risikoscheu als andere Nationen, nur 4 % der Befragten bewerten Investmentfonds als attraktive Anlageform.

Für Österreicher geht Absicherung vor Risiko, aber wie lange noch?

In vielen europäischen Ländern und in den USA hat der Trend nach sicheren Anlageprodukten mit niedrigen Renditen einen Wendepunkt erreicht. Durch die niedrigen Zinsen und das dadurch auch sinkendes Interesse für traditionelle risikoarme Anlagen, wie Sparkonto oder Bausparvertrag, steigt das Interesse in andere risikoreichere Anlageprodukte zu investieren. Vor allem Immobilien, aber auch Aktien und Fonds gewinnen an Attraktivität. Am wenigsten risikoscheu zeigen sich die Anleger in den USA und Großbritannien. Auch im Nachbarland Deutschland ist das Interesse für Aktien und Investmentfonds in den letzten drei Jahren gestiegen. Bausparvertrag, Sparkonto und Immobilien/Grundstücke bleiben die drei beliebtesten Anlagemöglichkeiten der Österreicher. Die einzige Sparmöglichkeit, die in den letzten drei Jahren in Österreich an Beliebtheit gewonnen hat, ist die das Geld Zuhause zu sparen. Angesichts des veränderten Interesses, der steigenden Risikobereitschaft, sowie längerfristiger Ausrichtung der Privatanlagen in anderen Ländern bleibt nur noch abzuwarten bis die Folgen der Umstrukturierung von privaten Anlagevermögen auch Österreich erreicht haben. Österreichische Finanzinstitute sind hier gefragt längerfristige Finanzpläne auszuarbeiten und anzubieten.

Zur Studie

Jährlich werden 18.000 Österreicher (ab 15 Jahren) hinsichtlich ihres Interesses an Spar- und Anlageformen – unabhängig von der eigenen Nutzung – befragt. Das “GfK Stimmungsbarometer” wird quartalsweise ausgewertet und veröffentlicht.

Das Investmentbarometer des GfK Vereins liefert alle zwei Jahre Daten zum Verhalten von Privatanlegern in Europa und den USA. Dafür wurden im Oktober und November 2014 in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und den USA insgesamt 6.057 private Finanzentscheider im Alter über 14 Jahre befragt.

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Marie-Sophie Beauchamp
General