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Press release

Migranten Fremdeinschätzung

04.06.2014

Österreich und seine Migranten: Was sie glauben, wie wir sie sehen

Kroaten schneiden aus ihrer Sicht am besten und Türken am schlechtesten ab.

Wien, 4. Juni 2014 – Jeder Fünfte in Österreich hat bereits Migrationshintergrund und der Zuzug aus dem Ausland hält weiter an. Aber welche Nationen glauben überhaupt, in der Alpenrepublik willkommen zu sein und welche eher nicht? Die GfK hat bei den größten Migrantengruppen nachgefragt, welches Bild die einheimische Bevölkerung ihrer Einschätzung nach von ihnen hat.

 

 

 

 

Kroaten sehen an sich selbst viele positive Eigenschaften

Von den vier befragten Gruppen – Bosnier, Kroaten, Serben und Türken – halten sich die Kroaten für die bei den Österreichern beliebteste Community. Sie sind der Meinung, dass sie hierzulande als „ehrlich“, „friedliebend“ und „weltoffen“ gelten. Viel öfter als die anderen glauben sie auch, als „fortschrittlich“ und „modern“ wahrgenommen zu werden. Geselligkeit und Genussfreude runden das positive Image, das sie nach eigener Einschätzung bei den Österreichern haben, ab.

Selbstsicht: Serben optimistisch und aktiv, aber auch fremdenfeindlich

Die Bosnier, die im Land leben, zeichnen ebenfalls ein sehr positives Bild von sich selbst und glauben, bei den Österreichern mit starker Familienorientierung, Gastfreundlichkeit und Genussfreude punkten zu können. Fröhlichkeit und Geselligkeit sind weitere Eigenschaften, die sie ihrer Einschätzung nach in Österreich zu einer beliebten Gruppe machen.

Eher zweigeteilt ist dagegen die Sicht der Serben auf sich selbst: auf der positiven Seite denken sie zwar, als optimistischer und aktiver Menschenschlag geschätzt zu werden, auf der negativen Seite glauben sie aber, als fremdenfeindlich zu gelten.

Türken: Österreicher haben negatives Bild von uns

Die Österreicher würden eher negativ konnotierte Eigenschaften auswählen, um sie zu beschreiben, gaben die Türkischstämmigen bei der Umfrage an. Viel häufiger als die anderen Migranten sind sie der Ansicht, von den Österreichern als „fremdenfeindlich“, „religiös“, „intolerant“, „konservativ“ und „schwach“ gesehen zu werden. Ihnen werde auch am häufigsten unterstellt, das Sozialsystem ausnutzen zu wollen.

Dabei ist es vor allem die jüngere zweite Türken-Generation, die schon hier geboren ist, die meint, dass die Österreicher sie für religiös und intolerant halten, während die erste Generation mehr davon ausgeht, als schwach angesehen zu werden.

„Die Kroaten grenzen sich ganz klar von den anderen Zuwanderergruppen vom Balkan ab und sehen sich als Teil der westlichen Welt – mit den dazugehörigen Eigenschaften „modern“, „fortschrittlich“ und „weltoffen“. Die Serben gehen vermutlich davon aus, dass sie aufgrund ihrer Präferenz für H.C. Strache bei den Wahlen, aber auch aufgrund ihrer Rolle in den Kriegen am Balkan bei den Österreichern ein fremdenfeindliches Image haben. Und den Türken ist sehr bewusst, dass sie bei den Österreichern häufig negative Gefühle auslösen.“ fasst Doris Kostera, Migrationsforscherin bei GfK Austria, die Befragungsergebnisse zusammen.

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Marie-Sophie Beauchamp
General