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Press release

Konsumklima Österreich 2. Quartal

14.07.2014

Konsumlaune in Österreich steigt

GfK Konsumklima: Skepsis gegenüber Konjunktur und Einkommen, aber Österreicher wollen mehr Geld ausgeben

Wien, 14. Juli 2014 – Die Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa zeigen für Österreich weiterhin ein uneinheitliches Bild. Während sich die europäische Wirtschaft weiter erholt, bleiben die Österreicher skeptisch, was die Konjunktur im Heimatland betrifft. Trotz sinkender Einkommens-Erwartungen wollen die Österreicher aber mehr Geld ausgeben.

Auch wenn die österreichische Wirtschaft seit Mitte letzten Jahres positive Wachstumsraten vorweisen kann, trauen die Verbraucher diesem leichten Aufschwung offensichtlich noch nicht wirklich. Die Stimmung unter den österreichischen Bürgern ist auch im zweiten Quartal uneinheitlich. Die Konjunkturerwartung liegt aktuell mit -4,1 Punkten unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts von 0. Im Vergleich zu März bedeutet dies einen Anstieg um 1,4 Punkte. Im Mai war der Indikator jedoch auf -9,5 Punkte abgerutscht, vor einem Jahr lag er bei -6,9.

„Entgegen unseren Nachbarländern Deutschland, Tschechien und Slowakei nimmt die Konjunktur-Lokomotive in Österreich derzeit noch nicht an Fahrt auf. Die Österreicher sind sich noch nicht darüber im Klaren, ob sie dem zarten Pflänzchen eines nahenden Aufschwungs trauen können“, so Paul Unterhuber von der Sozial- und Organisationsforschung der GfK Österreich.

Die Einkommenserwartung ist seit März um knapp 6 Punkte gefallen und notiert aktuell bei 4,2 Punkten. Zu Juni 2013 bedeutet das einen Anstieg um rund 7,4 Punkte.

Den besten Wert verzeichnet die Konsumlaune der Österreicher. Sie steht bei 17,3 Punkten. Das ist gegenüber März 2014 ein deutliches Plus von 8,3 Zählern. Im Vorjahresvergleich steht ein Plus von 5,7 Punkten zu Buche.

„Die Österreicherinnen und Österreicher zeigen sich konsumfreudig und wollen nicht sparen“, erläutert Paul Unterhuber. Das wird auch vom aktuellen „Stimmungsbarometer Spar- und Anlageformen“ in Österreich untermauert: „Das niedrige Zinsniveau macht viele Spar- und Anlageformen wenig attraktiv“, so Matthias Fischerlehner von der Finanzmarktforschung von GfK Österreich.

Europa im Vergleich: Stimmung zeigt Aufschwung

Die europäische Wirtschaft insgesamt erholt sich weiter. Allerdings können vor allem die Krisen in der Ukraine sowie im Irak den vorsichtigen Aufschwung in Europa noch destabilisieren. Die Verbraucher in den übrigen Ländern Europas schöpfen Vertrauen. Dies spiegelt sich in der Entwicklung der Indikatoren Konjunkturerwartung, Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung in den meisten betrachteten Ländern Europas wider. Der GfK Konsumklimaindex für die gesamte EU (EU28) steht aktuell bei 9,1 Punkten.

In den vergangenen drei Monaten beherrschten vor allem drei Themen die europäische Diskussion: die Europa-Wahl, die Frage, ob die einzelnen Länder weiter sparen oder in Konjunkturprogramme investieren sollen, sowie die Krisen in der Ukraine und im Irak.

Trotz aller Diskussionen und Krisen scheint sich der Aufschwung in den einzelnen Länder der EU und somit auch in der europäischen Union insgesamt zu verfestigen. Der Konsumklimaindex für die EU 28 ist im zweiten Quartal leicht auf jetzt 9,1 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit April 2008. Damals stand er bei 11,9 Punkten. Auch in den meisten Ländern zeigen die Indikatoren nach oben. Vor allem die Griechen scheinen der Meinung zu sein, dass sie das Schlimmste inzwischen hinter sich haben. Auch die polnischen und tschechischen Verbraucher blicken deutlich optimistischer in die Zukunft als noch zu Beginn des Jahres.

Zur Studie

Die Ergebnisse zum GfK Konsumklima Europa stammen aus einer Konsumentenbefragung, die im Auftrag der EU-Kommission in allen Ländern der Europäischen Union durchgeführt wird. In den 28 Ländern werden monatlich etwa 40.000 Personen befragt, in Österreich sind es 1500 telefonisch durchgeführte Interviews. Diese sind repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung ab 15 Jahren.

Grundlage der GfK-Indikatoren zum Konsumklima Europa sind monatlich vorgenommene Befragungen zur Stimmung der Konsumenten. Dabei geht es zum einen um die gesamtwirtschaftliche Situation der einzelnen Länder und zum anderen um die Lage der Haushalte selbst.

Die Fragen zum Konsumklima Europa werden monatlich überwiegend im so genannten Omnibus durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Mehrthemenbefragung, die entweder per Telefon oder face-to-face, das heißt im Rahmen einer persönlichen Befragung, durchgeführt wird.

Aus dem monatlichen Frageprogramm von insgesamt 12 Fragen werden für das GfK Konsumklima Europa jeweils 5 Fragen ausgewählt, da sie für das Konsumklima eine entscheidende Rolle spielen.

Berechnung der ausgewählten fünf Indikatoren Konjunktur-, Preis- und Einkommenserwartung sowie Anschaffungs- und Sparneigung:

Grundlage der Ermittlung der Indikatoren sind so genannte Salden. Hier wird vom Anteil der Konsumenten, die positiv geantwortet haben (zum Beispiel: finanzielle Lage des Haushalts wird sich (viel) besser entwickeln), der Anteil derjenigen abgezogen, die negativ geantwortet haben (zum Beispiel: die finanzielle Lage des Haushalts wird sich (viel) schlechter entwickeln).

In einem weiteren Schritt wird dieser Saldo mit gängigen statistischen Verfahren standardisiert und transformiert, so dass der langfristige Durchschnitt des Indikators bei 0 Punkten liegt und einen theoretischen Wertebereich von +100 bis -100 Punkten aufweist. Empirisch waren allerdings bislang seit dem Jahr 1980 meist Werte zwischen +60 und -60 Punkten realistisch.

Zeigt ein Indikator einen positiven Wert, so ist die Bewertung dieser Größe durch den Konsumenten im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich. Entsprechend umgekehrt ist es für negative Werte. Durch die Standardisierung können die Indikatoren unterschiedlicher Länder besser verglichen werden, da mentalitätsbedingte Niveauunterschiede im Antwortverhalten ausgeglichen werden, am grundsätzlichen Verlauf des Indikators dagegen nichts verändert wird.

Über GfK

GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucher-informationen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über 80 Jahre Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

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Marie-Sophie Beauchamp
General