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Press release

Konsum in Russland

20.05.2015

 

Die GfK-Rus, gegründet durch die GfK-Austria, führt seit ihrem Bestehen (1991) umfassende Marktstudien durch. Der Geschäftsführer der GfK-Rus, Dr. Alexander M. Demidov bietet in seinem Buch einen detaillierten Überblick über die Entwicklungen am russischen Markt. Darin sind Daten der Life-Style-Forschung, solche aus Haushalts- und Handelspanels, aus Medienstudien, sowie Studien, die gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln, zusammengefasst. Es zeigt die Phasen und Krisen, die das russische Konsumverhalten durchlaufen hat. Die Daten zeigen keine „slawische Seele“ und kein „mystisches Russland“, sondern das Entstehen einer Konsumgesellschaft, die ihre Besonderheiten hat.

Das nominelle Einkommen der russischen Bevölkerung hat sich zwischen 2001-2013 etwa verdreifacht. Selbst wenn man die relativ hohen Inflationsraten berücksichtigt, stand für den Konsum ein steigender Betrag zur Verfügung; das gilt auch für große Anschaffungen wie PKW’s: Vor allem die Zahl der ausländischen PKW’s stieg stark. 2014 wurden mehr als 2 Millionen ausländische PKW’s in Russland verkauft (vs. 540.000 russischen). Starke Veränderungen gab es auch in den verschiedenen Handelsformaten: moderne Formen (Hypermarkets, Supermarkets und Diskonter) haben kontinuierlich an Marktanteil gewonnen (Stand 2014: 52%).

Eine Abschwächung des Wachstums bahnt sich seit 2011 an und die Verschlechterung der ökonomischen Situation ist – anders als die „kurze“ Krise 2009 – auch bei den Verbrauchern „angekommen“ und hat zumindest teilweise zu Änderungen in Konsumverhaltensmustern geführt. So ist beispielsweise der Autokauf stark zurückgegangen (von 2013 auf 2014 um 10%; für 2015 wird ein Minus von 25% prognostiziert).

Eine spezielle Entwicklung gibt es beim Kauf von Nahrungsmittel (mehr in-home Konsum in der Krise).

Stark gefallen ist seit November 2014 die Verbraucherstimmung. Dies gilt vor allem für die Region Moskau: Sie liegt mit 64 Indexpunkten niedriger als während des Krisenjahres 2009 (79 Indexpunkte) (Nov. 2014: noch 109 Punkte). Veränderungen im Verbraucherverhalten zeichnen sich vor allem bei teureren Anschaffungen für den Haushalt (z.B. Möbel), Renovierungen, Ausgaben für das jeweilige Hobby und beim Urlaubsgeld ab. Bei Alltagsausgaben sind vielfach „Anpassungs-Strategien“ beobachtbar (weniger Impulskäufe, mehr Promotion-Nutzung, Reduktion von Außer-Haus-Konsum etc.).

Die von Präsident Putin bzw. Ministerpräsident Medvedjev ergriffenen Maßnahmen gegen die Krise werden von einer starken Mehrheit der Bevölkerung befürwortet (stärker als die Maßnahmen zur Krise 2009).

Vergleichsweise hoch sind auch die Vertrauenswerte für diverse Institutionen – auch wenn sie in manchen Fällen auf niedrigem Niveau liegen (Gewerkschaften, politische Parteien). Aber der Konflikt mit der EU und den USA hat zu einem Vertrauenszuwachs für wichtige Institutionen geführt (Präsident +17%, Heer +11%, Regierung +18%).

Trotz der wirtschaftlichen Krise, die sehr wohl wahrgenommen wird, glaubt (im März 2015) eine überwältigende Mehrheit, dass sich Russland „in die richtige Richtung entwickelt“ (86%).

Als wünschenswerte Partner für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht man in verstärktem Ausmaß China (48%) und GUS-Staaten (41%). Indien und die EU werden von je 26% als „wertvoll für ökonomische Verbindungen“ genannt (die USA nur von 8%).

Auffällig ist, dass ein starkes Viertel der Bevölkerung (28%) auf dem Standpunkt steht, Russland brauche keine derartigen Verbindungen und möge sich alleine entwickeln.

Über GfK

GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucher-informationen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über 80 Jahre Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

 

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Marie-Sophie Beauchamp
General