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Press release

Einkommensaussichten stützen Konsumklima

29.07.2015

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Juli 2015

Nürnberg, 29. Juli 2015 – Die Stimmung der Verbraucher hat sich im Juli stabilisiert. Das Konsumklima bleibt gegenüber dem Vormonat unverändert. Für August prognostiziert der Gesamtindikator 10,1 Punkte. Die Einkommenserwartung verbessert ihren Rekordwert aus dem Vormonat ein weiteres Mal, während die Konjunkturerwartung deutliche und die Anschaffungsneigung leichte Einbußen hinnehmen müssen.

Das lange und zähe Ringen um eine Lösung der Schuldenkrise in Griechenland hat vorerst eine Pleite des Landes verhindert. Die Konjunkturerwartungen der deutschen Verbraucher beflügelt das jedoch nicht. Vielmehr muss der Indikator zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Auch die Anschaffungsneigung verliert leicht an Wert. Das Niveau ist jedoch nach wie vor sehr hoch. Bei den Einkommensaussichten der Konsumenten spielen vor allem die stabilen inländischen Rahmenbedingungen eine Rolle. Dieser Indikator übertrifft seinen im Vormonat erreichten Höchstwert seit der Wiedervereinigung sogar noch einmal. Er ist damit eine wichtige Stütze des Konsumklimas.

Konjunkturerwartungen verlieren an Boden

Seit nunmehr zwei Monaten verlieren die Konjunkturaussichten der deutschen Verbraucher deutlich an Boden. Im Juli büßt der Indikator 6,5 Zähler ein und sinkt damit auf einen Wert von 18,4 Punkten. Damit hat der Konjunkturindikator binnen zwei Monaten knapp 20 Punkte verloren. Er liegt dennoch klar im positiven Bereich, also über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Das bedeutet, die Bürger rechnen weiterhin damit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten wachsen wird – wenngleich nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Wochen angenommen.

Die deutschen Konsumenten gehen offenbar davon aus, dass die mühsam errungene Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland negative Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben wird. Möglicherweise dämpfen aber auch die anderen internationale Krisen in der Ukraine und Russland sowie im Nahen und Mittleren Osten die Konjunkturaussichten. Im Gegensatz zu den Verbrauchern sehen die deutschen Unternehmen die wirtschaftlichen Aussichten aktuell wieder etwas optimistischer, wie der Anstieg des ifo-Geschäftsklimas im Juli dieses Jahres beweist.

Einkommenserwartung eilt von Rekord zu Rekord

Während sich der Konjunkturindikator abschwächt, eilt die Einkommenserwartung von Rekord zu Rekord. Der Indikator legt im Juli um 1,4 Punkte zu und weist nun 58,6 Zähler auf. Damit hat er seinen höchsten Wert seit der Wiedervereinigung aus dem Vormonat noch einmal übertroffen.

Die Einkommensaussichten der Deutschen zeigen sich damit völlig unbeeindruckt von internationalen Krisen und den Ereignissen um Griechenland. Darin sehen sie – zumindest vorerst – keinerlei Bedrohung für ihre weitere finanzielle Entwicklung. Offenbar richten sie ihren Blick nach wie vor eher auf die überaus guten inländischen Rahmenbedingungen. Eine niedrige Arbeitslosigkeit mit ständig neuen Beschäftigungsrekorden stärkt den Einkommensoptimismus der Konsumenten. Die gute Beschäftigungssituation gibt zudem Raum für deutliche Lohn- und Gehaltssteigerungen.

Schließlich verbleibt von den guten Einkommenszuwächsen auch real mehr in den Taschen, da die Inflationsrate nach wie vor sehr niedrig ist. Im Juni betrug sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur 0,3 Prozent. Als Folge davon verzeichnet die amtliche Statistik für das erste Quartal dieses Jahres mit +2,5 Prozent die höchsten Reallohnzuwächse seit Beginn dieser Erhebungen im Jahr 2008. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt eine wesentliche Ursache dafür in der Entwicklung der Verbraucherpreise.

Anschaffungsneigung: leichter Rückgang

Die Konsumneigung profitiert von diesen überaus positiven Einkommensaussichten in diesem Monat nicht. Der Indikator verliert zum zweiten Mal in Folge, allerdings lediglich 1,6 Punkte. Aktuell weist er 55,4 Zähler auf. Damit liegt er noch immer leicht über seinem entsprechenden Vorjahresniveau.

Der sinkende Konjunkturoptimismus dürfte ein Grund dafür sein, dass die Konsumlust nicht den Einkommensaussichten gefolgt, sondern geringfügig gesunken ist. Allerdings sollte man nicht außer Acht lassen, dass das Niveau mit rund 55 Punkten nach wie vor ausgesprochen hoch ist. Die Konsumlust der Verbraucher ist ungebrochen. Dies zeigt auch die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Nach den ersten vorläufigen Zahlen ist ein realer Zuwachs gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres von real 2,4 Prozent zu verzeichnen.

Konsumklima unverändert

Für August 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 10,1 Punkte nach ebenfalls 10,1 Zählern im Juli. Damit zeigt sich das Konsumklima momentan unverändert.

Die aktuelle Entwicklung des Konsumklimas signalisiert zum einen, dass der private Verbrauch in Deutschland auch in diesem Jahr eine wichtige Konjunkturstütze sein wird. Zum anderen zeigt der Indikator aber auch, dass nicht nur die inländischen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Die internationale Lage, die Krisen in Europa und im Nahen und Mittleren Osten können der Binnenkonjunktur einen Dämpfer versetzen. Vor allem die Euro-Schuldenkrise und die weitere Zukunft Griechenlands spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.

GfK prognostiziert für das Jahr 2015 einen Anstieg des privaten Konsums von 1,5 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher. Im vergangenen Jahr prognostizierte GfK ebenfalls einen Anstieg des privaten Konsums um 1,5 Prozent. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der private Konsum im Jahr 2014 real um 1,2 Prozent gestiegen.

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung (z.B. Verwechslungsgefahr von Produkten) verwendet und anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.

Weitere Informationen: Rolf Bürkl, Tel. +49 911 395-3056

Über GfK

GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinformationen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com/de. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_de

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Marie-Sophie Beauchamp
General