Möchten Sie zur deutschen Seite wechseln?JaNeina
Schließen
Press release

Anlageinteresse: Österreich hinkt internationalen Trends hinterher

16.09.2015

Wien, 16. September 2015 – GfK Austria: Die klassischen Anlageprodukte haben in Österreich einen historischen Tiefpunkt erreicht. In Zeiten niedriger Zinsen und Fall der staatlichen Einlagensicherung sehen sich die ÖsterreicherInnen zunehmend nach Alternativen zum Sparbuch oder Bausparer um und Immobilien rücken dabei in den Fokus – dies zeigt das aktuelle Stimmungsbarometer der GfK Austria. Häuser, Eigentumswohnungen und Grundstücke überholen sogar zum ersten Mal das Sparbuch. Der Höhepunkt ist möglicherweise aber noch lange nicht erreicht, wie Trends aus Deutschland, USA und Großbritannien nahelegen.

Das Stimmungsbarometer 2015 der GfK Austria liefert die Informationen über aktuelles Interesse der Österreicher an verschiedenen Spar- und Anlageformen – unabhängig von der tatsächlichen Nutzung.

Der tiefe Fall des Sparbuchs wird sich fortsetzen
Das kontinuierlich abnehmende Interesse der Österreicher daran, ihr Geld auf ein Sparbuch zu legen, setzt sich auch im zweiten Quartal 2015 fort. Nur mehr 26% der Österreicher nennen das Sparbuch als attraktive Anlageform – 2009 war dieser Anteil noch exakt doppelt so hoch.
Der negative Trend dürfte sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen, wie Sonja Buchinger, Finanzmarktexpertin bei GfK Austria, prognostiziert: „Für diese Entwicklung ausschlaggebende Faktoren wie das niedrige Zinsniveau und mangelndes ökonomisches Sicherheitsgefühl werden sich wohl in nächster Zeit nicht wesentlich verbessern.“, so Buchinger. Hinzu kommt, dass im internationalen Vergleich das Interesse an diesem klassischen Produkt in Österreich immer noch deutlich überdurchschnittlich ist. In Deutschland sind es beispielsweise nur 10%, die das Sparbuch als attraktiv bewerten.

Immobilien könnten bald beliebtestes Anlageprodukt sein
In vielen europäischen Ländern und in den USA ist aktuell ein höheres Interesse an Immobilien zu beobachten – ein Trend, der sich auch in Österreich bereits seit geraumer Zeit zeigt. Die Ergebnisse der aktuellen GfK Umfrage weisen ein steigendes Interesse für Immobilien aus: 33% der Österreicher halten eine Eigentumswohnung oder ein Haus für eine interessante Geldanlage – dies entspricht einem Plus von 2 %-Punkten im Vergleich zu 2014 (31%). Immobilien stellen somit hinter dem Bausparvertrag bereits das zweitbeliebteste Anlageprodukt in Österreich dar. Ein Trend, der seinen Höhepunkt aber noch nicht erreicht haben könnte, wie ein Vergleich mit Deutschland nahelegt: In unserem Nachbarland beurteilen 75% Immobilien als attraktiv, in den USA und Großbritannien sind es immerhin über 50%.
Ob sich Immobilien in Österreich künftig vielleicht sogar zur beliebtesten Form der Geldanlage entwickeln, wird sich in naher Zukunft zeigen. „Faktoren wie die angespannte Lage auf den Finanzmärkten und die Abschaffung der staatlichen Einlagensicherung könnten den Trend zum Immobilienbesitz weiter ankurbeln.“ resümiert Buchinger. Gerade im Immobilienbereich – eine Form der Geldanlage, die sich nicht jeder Österreicher leisten kann -  sei aber zu berücksichtigen, dass der Stimmungsbarometer das Anlageinteresse widerspiegelt, nicht das tatsächliche Anlageverhalten.

Der Sparstrumpf – Vielleicht künftig eine ernstzunehmende Alternative zum Sparbuch?
Der Anteil jener ÖsterreicherInnen, die ihr Erspartes lieber zuhause - sei es im Sparstrumpf, im Sparschwein oder  unter der Matratze – bunkern würden, als auf einer Bank, ist aktuell deutlich höher als noch vor wenigen Jahren. Immerhin 12% bezeichnen „zuhause sparen“ als besonders interessante Form der Geldanlage – 2007 waren es nur 5%.
Zwischen 2012 und dem 2. Quartal 2015 ist der Anteil zwar nicht weiter angestiegen, künftig könnte sich dieser aber wieder nach oben entwickeln, wie ein Vergleich mit UK und USA nahelegt: 31% (UK) bzw. 29% (USA) empfinden dort das Sparen im Sparstrumpf als attraktive Anlageform. „Dieser internationale Vergleich zeigt eindrucksvoll, was Österreich noch bevorstehen könnte, wenn die Verunsicherung und das Alternativenvakuum im Anlagebereich weiter anhalten.“, so Buchinger.

Fazit
Ein Blick über die Grenzen Österreichs hinaus zeigt auf, dass das Interesse am Sparbuch weiter sinken könnte, und Alternativen zu klassischen Anlageprodukten wie vor allem Immobilien, aber auch das Sparen im Sparstrumpf am Vormarsch sind.

Zur Studie
Jährlich werden 18.000 Österreicher (ab 15 Jahren) hinsichtlich ihres Interesses an Spar- und Anlageformen – unabhängig von der eigenen Nutzung – befragt. Das “GfK Stimmungsbarometer” wird quartalsweise ausgewertet und veröffentlicht.

GfK Austria Online Access Panel
Das Online Access Panel der GfK Austria ist auf Grundlage der internationalen Norm ISO 26362 zertifiziert. Fachliche Qualität und Seriosität sind damit auch durch eine unabhängige Instanz bestätigt!

Über GfK
GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucher-informationen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über 80 Jahre Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com/de. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_de

 

 

 

Herunterladen (PDF)

Marie-Sophie Beauchamp
General